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Politik

Türkei fliegt Luftangriffe im Nordirak

Erneut hat die Türkei Dörfer im Norden Iraks beschossen, weil sie dort Anhänger und Kollaborateure der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) vermutet.

Türkischer Helikopter an der irakischen Grenze, Foto: AP

Auf der Suche nach PKK-Rebellen

Die türkische Luftwaffe hat in der Nacht zum Freitag (2.5.2008) neue Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak geflogen. Der Einsatz habe kurz vor Mitternacht begonnen und Zielen in den Kandil-Bergen gegolten, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die Region gilt als Hochburg der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Nach kurdischen Angaben bombardierte die Luftwaffe zwei Stunden lang verlassene Dörfer in der Provinz Suleimanija.

Unterschiedliche Angaben gab es zur Zahl möglicher Opfer. Ein PKK-Sprecher sagte, es habe keine Opfer gegeben. Ein Vertreter der Patriotischen Union Kurdistans, der Partei des irakischen Staatspräsidenten Dschalal Talabani, erklärte hingegen, es seien vier Rebellen getötet worden.

Gespräche ohne Ergebnis


Ein Dorf an der irakisch-türkischen Grenze nach den Angriffen (Archiv), Foto: AP

Bereits im Februar 2008 hatte die Türkei kurdische Gebiete angegriffen

Die Attacken begannen nur wenige Stunden nachdem Ahmet Davutoglu, der außenpolitische Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, in Bagdad mit der politischen Führung der irakischen Kurden zusammengetroffen war. Der Ministerpräsident der kurdischen Autonomieregierung, Nechirwan Barsani, der für das Treffen nach Bagdad gereist war, sagte nach dem Gespräch, dies sei ein "wichtiger, guter Schritt" gewesen. "Die Tür zum Dialog ist aufgestoßen worden", zitierte ihn am Freitag die arabische Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat".

Der kurdische Regierungschef ist der Neffe von Massud Barsani, des Präsidenten der drei autonomen irakischen Kurden-Provinzen. Massud Barsani war von Ankara lange Zeit beschuldigt worden, er unterstütze die PKK oder lasse sie im Nordirak zumindest gewähren.

Erneute Offensive

Die türkische Armee hatte im Februar während einer achttägigen Bodenoffensive gegen PKK-Lager im Nordirak nach eigenen Angaben 240 Kämpfer der PKK getötet. 27 türkische Soldaten starben während der Offensive. Die Türkei vermutet rund 4000 PKK-Kämpfer im Nachbarland. Von dort aus unternahmen die Rebellen in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffe auf Ziele in der Türkei. Die auch in der Europäischen Union (EU) als Terror-Organisation verbotene PKK kämpft seit 1984 für einen kurdischen Staat im Südosten der Türkei. Die Regierung in Ankara macht sie für den Tod von 40.000 Menschen verantwortlich. Bei ihren Einsätzen im Nordirak wird die türkische Armee von den USA mit Echtzeit-Aufklärung über Rebellen-Bewegungen unterstützt. Ein Mandat des Parlaments in Ankara für die Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak endet im Oktober. (ina)

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