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Aktuell Asien

Türkei: Explosive Lage vor der Wahl

Drei Tote, mehr als 200 Verletzte. Dies ist die Bilanz der Explosionen in Diyarbakir. Die türkische Regierung geht von einer gezielten Tat vor der Parlamentswahl aus. Wer die Bluttat verübt hat, ist unklar.

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Türkei: Der Kampf der Opposition

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu verurteilte die tödlichen Explosionen in der Kurden-Metropole Diyarbakir kurz vor der Parlamentswahl als "Angriff auf die Demokratie". Die Ermittlungen gingen weiter, es handele sich um "Sabotage", sagte Davutoglu im Sender Star TV. "Das war nicht gegen eine Partei gerichtet, das war ein Angriff auf die Demokratie."

Metallsplitter gesehen

Am Freitag waren bei einer Massenveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP durch zwei Explosionen drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Ärzte starben mindestens drei Menschen. Mehr als 220 weitere wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Teilnehmer an der Veranstaltung in Diyarbakir gehen von einem Anschlag aus. Ein Augenzeuge, der selbst schwer verletzt wurde, sprach von einer Bombe. Er habe auch Metallsplitter gesehen. Auch Krankenschwestern bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass sie Splitterwunden behandeln mussten.

Agrarminister Mehdi Eker bestätigte der Nachrichtenagentur Andalou, dass es sich bei den tödlichen Explosionen um einen Anschlag gehandelt hat. Die Nachrichtenagentur hatte zunächst gemeldet, ein Trafo sei explodiert. Eker kandidiert bei der Parlamentswahl in Diyarbakir für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP. Wer die Bluttat verübt hat, bleibt auch einen Tag danach unklar.

Am Sonntag wählen die Türken ein neues Parlament. Die HDP tritt bei der Wahl erstmals an. Umfragen zufolge stehen die Chancen gut, dass die Partei die 10-Prozent-Hürde überspringt. Der Ko-Vorsitzende der HDP, Selahattin Demirtas, rief die Anhänger seiner Partei zur Ruhe auf. "Wir werden dieser Provokation nicht nachgeben", sagte er nach den Explosionen.

ml/jj (dpa,rtr)

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