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Aktuell Welt

Türkei erwägt Entsendung von Bodentruppen nach Syrien

Die Türkei ist zur Entsendung von Bodentruppen nach Syrien bereit - unter einer Bedingung. Immer mehr Staaten sprechen sich für eine Intervention am Boden aus. Moskau ist von der Entwicklung alamiert.

Symbolbild: Türkische Soldaten bei einem Einsatz in Cizre in der Osttürkei (Foto: Anadolu)

Symbolbild: Türkische Soldaten bei einem Einsatz in Cizre in der Osttürkei

Die Türkei erwägt die Entsendung von Bodentruppen ins Bürgerkriegsland Syrien. "Wenn es eine Strategie (gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat", IS) gibt, könnten die Türkei und Saudi-Arabien einen Einsatz am Boden starten", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach seiner Teilnahme bei der Münchner Sicherheitskonferenz den türkischen Zeitungen "Yeni Safak" und "Haber".

Zuvor hatte Saudi-Arabien die Bereitschaft bekundet, im Rahmen der US-geführten Koalition Bodentruppen für den Kampf gegen den IS nach Syrien zu entsenden. Saudi-Arabien ist seit Ende 2014 Teil der Koalition gegen den IS, hat sich allerdings nicht maßgeblich an den Luftangriffen gegen die Extremisten beteiligt. Riad steht in dem Bürgerkrieg hinter moderateren Gegnern von Machthaber Baschar al-Assad.

Warnung vor dem Weltkrieg

Die Ankündigung hatte für Kritik aus Moskau gesorgt. Niemand solle mit Bodentruppen drohen, erklärte Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew auf der Münchner Sicherheitskonferenz. In einem Zeitungsinterview hatte er zuvor vor einem neuen "Weltkrieg" gewarnt.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu (Foto: AFP)

Außenminister Mevlüt Cavusoglu

Der türkische Außenminister Cavusoglu kündigte weiter an, dass Saudi-Arabien Kampfflugzeuge für den Einsatz gegen den IS zum türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik entsenden werde. Saudische Regierungsvertreter hätten den Stützpunkt bereits inspiziert. Wie viele Flugzeuge Riad dort stationieren werde, sei aber noch unklar.

Im südtürkischen Incirlik sind auch Bundeswehrsoldaten im Rahmen des Anti-IS-Einsatzes stationiert. Sie absolvieren dort mit bis zu sechs Tornado-Jets Aufklärungsflüge über Syrien und dem Irak. Ein Airbus hilft zudem bei der Betankung von Kampfjets der Koalition in der Luft, eine Fregatte gibt einem französischen Flugzeugträger Geleitschutz. An Luftangriffen beteiligt sich die Bundeswehr nicht.

Manuel Valls (l.) und Dmitiri Medwedew auf derSicherheitskonferenz (Foto: Reuters)

Manuel Valls (l.) und Dmitiri Medwedew auf derSicherheitskonferenz

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte zuvor erklärt, ein Sieg gegen den IS sei nur mit dem Einsatz örtlicher Bodentruppen möglich. "Die Bodenoffensive dieser lokalen Truppen - und auch gewisser arabischer Länder, sofern sie sich dazu entschließen - ist entscheidend, und sei es nur, um die zurückeroberten Stellungen zu halten", sagte Valls den Zeitungen der Funke-Mediengruppe . Frankreich beabsichtige nicht, Bodentruppen in den Kampf gegen den IS zu entsenden, sagte Valls.

Im Vorfeld der Sicherheitskonferenz hatte sich die Syrien-Kontaktgruppe in der Nacht zum Freitag in München darauf geeinigt, dass binnen einer Woche die Kampfhandlungen in Syrien eingestellt werden sollen. Der Kampf gegen den IS soll aber fortgesetzt werden. Die Teilnehmer vereinbarten zudem einen raschen Zugang humanitärer Hilfe zu Notstandsgebieten sowie vermehrte Anstrengungen im Prozess für einen politischen Übergang.

stu/as (afp, dpa, rtr)

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