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Türkei

Türkei-Chef von Amnesty International verhaftet

Nach Angaben von Amnesty International haben die türkischen Behörden den Landes-Chef der Menschenrechtsorganisation festgenommen. Taner Kilic wird offenbar beschuldigt, Beziehungen zum Netzwerk Fethullah Gülens zu haben.

Italien Protest von Journalisten in Rom (picture-alliance/Pacific Press/A. Ronchini )

Aktivisten von Amnesty International bei einem Protest gegen die Inhaftierung türkischer Journalisten in Rom

Kilic und 22 weitere Anwälte seien in der Provinz Izmir festgesetzt worden, sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. Außerdem habe die Polizei das Haus und das Büro Kilics durchsucht. Derzeit sei nicht ersichtlich, ob die Festnahme mit seiner Arbeit für Amnesty zusammenhänge. Auch sehe es nicht nach einer Aktion gegen die Organisation aus. Warum Kilic verdächtigt werde, Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu pflegen, sei unklar, so Shetty.

Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete, wird den Festgenommenen die Nutzung einer Messenger-App vorgeworfen, die nach Darstellung der Regierung unter Gülen-Anhängern beliebt ist. Amnesty drängte die türkischen Behörden "in Ermangelung glaubwürdiger und zulässiger Beweise für Verstrickungen in international anerkannte Verbrechen" zur sofortigen Freilassung Kilics und der anderen 22 Anwälte.

Willkürliche "Säuberungskampagne"

Shetty sprach von einer "Säuberungskampagne" nach dem Putschversuch vom vergangenen Juli. Die Tatsache, dass diese nun auch den Vorsitzenden von Amnesty International in der Türkei treffe, zeige einmal mehr, "wie weitreichend und willkürlich diese Kampagne geworden ist." Kilic verteidige seit Jahren "genau jene Freiheiten, welche die türkischen Behörden jetzt zertrampeln", erklärte der Generalsekretär.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden muslimischen Prediger Fefullah Gülen für den gescheiterten Putschversuch mitverantwortlich. Dabei wurde 240 Menschen getötet. Seitdem sind in der Türkei rund 50.000 Menschen verhaftet und 150.000 entlassen worden. Gülen hat die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

hk/kle (dpa, rtr)