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Aktuell Europa

Türkei übergibt Leichnam des getöteten Piloten an Russland

Die Türkei bemüht sich augenscheinlich darum, das nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs verhärtete Verhältnis zu Moskau zu entkrampfen. Die Leiche des getöteten Piloten wird den Russen schnell übergeben.

Türkei: Abschuss des Kampfjets im Grenzgebiet

Der Abschuss des Kampfjets vor fünf Tagen

Fünf Tage nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe im syrischen Grenzgebiet ist die Leiche des umgekommenen Piloten zunächst in die Türkei gebracht worden. Die sterblichen Überreste würden nun den russischen Behörden übergeben, teilte der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu mit. "Der Pilot, der während der Luftraumverletzung sein Leben verloren hat, ist in der Nacht an der syrischen Grenze an uns übergeben worden", sagte Davutoglu. Ein russischer Diplomat werde nun mit einem türkischen Militärvertreter in die Region Hatay reisen und die Leiche übernehmen.

"Über den Zwischenfall wirklich betrübt"

Nach türkischer Darstellung war der Kampfjet in den türkischen Luftraum eingedrungen. Der überlebende russische Pilot bestreitet dies ebenso wie die Erklärung Ankaras, es habe vor dem Abschuss mehrere Warnungen gegeben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Abschuss inzwischen bedauert, sich aber nicht bei seinem russischen Kollegen Wladimir Putin entschuldigt. "Ich bin über den Zwischenfall wirklich betrübt", sagte Erdogan bei einem Besuch in der westtürkischen Provinz Balikesir. "Wir wünschten, es wäre nie passiert, aber es ist passiert. Ich hoffe, dass sich so etwas nicht wiederholt." Die Stellungnahme war die bisher versöhnlichste des türkischen Präsidenten zu dem Vorfall.

Dessen ungeachtet hat der russische Präsident Wladimit Putin als Strafmaßnahme umfassende Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt. Nach dem vom Kreml veröffentlichten Dekret sind ein Importstopp für türkische Waren, Arbeitsverbote und Sanktionen gegen die Tourismusbranche vorgesehen. Somit dürfte ein Großteil der russisch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen betroffen sein. Putin wirft der Führung in Ankara eine geplante Provokation vor und verlangt eine Entschuldigung.

ml/se (afp,rtr,dpa)