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Kultur

Tüftler und Visionär: Sennheiser für Zukunftspreis nominiert

Jörg Sennheiser ist bereits zum zweiten Mal für den Deutschen Zukunftspreis für Technik und Innovation nominiert. Der Name Sennheiser steht weltweit als Synonym für Mikrofone und Kopfhörer der Spitzenklasse.

Digitales Funkmikrofon von Sennheiser (Quelle: Sennheiser)

Digitales Funkmikrofon, das der Qualität eines drahtgebunden Mikros entspricht

Zum 12. Mal wird am Mittwoch (3.12.) der Deutsche Zukunftspreis vergeben. Mit ihm werden exzellente wissenschaftliche Ideen gewürdigt, aus denen erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen werden. Die drei nominierten Projekte stehen für Innovationsfelder, die für Deutschland besonders bedeutsam sind: Solartechnik, Mikromechanik und Digitalisierung.

Wer das Rennen machen wird, ist noch offen. Bereits zum zweiten Mal - im Bereich Digitalisierung - nominiert ist Jörg Sennheiser. Ob unterwegs oder zu Hause, auf den Bühnen großer Popstars, in Konzertsälen, in Hörfunk- oder Fernsehstudios - für die Firma Sennheiser geht es seit mehr als sechs Jahrzehnten immer nur um eins: ein optimales Sounderlebnis.

Die Erfindung des Richtrohrmikrofons in den fünfziger Jahren und die Entwicklung des offenen Kopfhörers in den Sechzigern waren nur zwei Meilensteine für die erfolgreiche Entwicklung des nach dem 2. Weltkrieg von Fritz Sennheiser im niedersächsischen Wennebostel gegründeten Familienunternehmens.

Technische Legende - das MD 21

Eine herausragende Rolle spielt das Mikrofon MD 21. Es wird seit 1953 unverändert produziert und ist damit das älteste Mikrofon, das Sennheiser heute noch im Programm hat. "Einziges Problem: Die Dinger werden von Hand gebaut und sind damit ziemlich teuer", sagt Sennheiser-Produkttrainer Peter Arasin. "Als das Produktmanagement vor zwei Jahren das MD 21 aus dem Programm nehmen wollte, hob sich jedoch der Finger eines ganz bestimmten Herren, der meinte: Ich würde es aber gerne als Zeichen der Kontinuität und Qualität im Programm behalten."

Dieser Finger gehörte Jörg Sennheiser. Seit 1982 steht er an der Spitze des Unternehmens, in dem heute rund 2000 Mitarbeiter in über 90 Ländern beschäftigt sind. Als Aufsichtsratsvorsitzender hält der heute 64-jährige Elektroingenieur die Zügel fest in seiner Hand.

Millionenschwere Weltneuheit in der Mikrofontechnik

Jörg Sennheiser und Gerrit Buhe (Quelle: Sennheiser)

Für den Zukunftspreis nominiert: Jörg Sennheiser und Gerrit Buhe

Damit allein und mit dem Bau ein und desselben Mikrofons seit über einem halben Jahrhundert gewinnt man keinen Zukunftspreis. Mehr noch als auf Kontinuität setzt Sennheiser deshalb auf Innovation und auf die Kreativität seiner Mitarbeiter. Zur Preisverleihung in Berlin wird der Firmenchef von dem Entwicklungsingenieur Gerrit Buhe begleitet.

Im Gepäck haben sie das Ergebnis von fünfzehn Jahren Entwicklungsarbeit: eine Weltneuheit in der Mikrofontechnik, die Jörg Sennheiser so beschreibt. "Wir haben einen Schritt in der Qualität der drahtlosen Übertragung gemacht, indem wir ein digitales System entwickelt haben, das besser ist alle analogen Funksysteme. Hiermit wird es erstmals möglich, eine Produktion zu machen, die besser ist als CD-Qualität oder eine passende Audio-Qualität für das High Definition Fernsehen zu erzeugen."

Ein Kraftakt, in den letztlich mehr als 20 Millionen Euro geflossen sind. Keine Selbstverständlichkeit, zumal gerade in den ersten Jahren nicht immer klar war, ob das Ziel überhaupt erreicht werden kann. Doch nicht umsonst hat Jörg Sennheiser den Ruf, ein Visionär zu sein, der an seine Ideen glaubt und diese beharrlich verfolgt.

Empänger des digitalen Funkmikrofons (Quelle: Sennheiser)

Empänger des digitalen Funkmikrofons

Kampf um digitale Frequenzen

Das Ergebnis überzeugt auch die so genannten "Goldenen Ohren" - die Tonmeister. Denn Sennheiser neues Verfahren gewährleistet erstmals eine Qualität, die einer drahtgebunden Übertragung eins zu eins entspricht. Ob die preiswürdige Innovation künftig auch zum Einsatz kommt, steht derzeit allerdings noch in den Sternen.

Bislang im Huckepackverfahren auf analogen Fernsehfrequenzen unterwegs, droht den neuen Mikrofonsystemen das Aus, weil es in der digitalen Welt für diese Frequenzen andere Begehrlichkeiten gibt, denen Politiker allzu gerne erlegen sind. "Wenn diese Kanäle für teures Geld an neue Dienste verkauft werden, dann haben wir keine geschützten Frequenzen mehr und wir können unsere hoch qualitativen Anlangen nicht mehr betreiben", so Jörg Sennheiser. "Deshalb kämpfen wir dafür, dass unsere Kunden sich bewusst sind, dass sie ihre Politiker einspannen müssen, dass diese Frequenzen genau definiert und für drahtlose Mikrofone auch reserviert werden.“

Zukunftsvision rückt näher: intelligente Kopfhörer erkennen jedes Ohr

Immerhin steht das Problem inzwischen zumindest auf der Agenda der Weltrundfunk-Konferenz 2011 in Genf. Die Ehrung mit dem Deutschen Zukunftspreis dürfte sicher dabei hilfreich sein, die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen in Politik und Showbusiness für dieses Problem zu schärfen.

Für Sennheiser Forschergeist sind die digitalen Mikrofone aber längst noch nicht der Weisheit letzter Schluss, sagt Jörg Sennheiser. "Ich habe einen ganz alten Traum für einen intelligenten Kopfhörer, der prüft, was ich für Ohren habe und sich auf mein individuelles Hörvermögen einstellt. Diese Wunschidee, die früher ganz verrückt war, kommt der Realisierung immer näher."

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