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Asien

Tödlichstes Jahr für Zivilisten

Im Krieg in Afghanistan sind 2011 nach UN-Angaben mehr als 3000 Zivilisten getötet worden. Damit ist die Zahl der zivilen Todesopfer das fünfte Jahr in Folge gestiegen.

Selbstmordanschlag in Kabul im Dezember 2011 (Foto: AP/dapd)

Anschläge treffen vor allem Zivilisten

Wie die Unterstützungsmission der UN in Afghanistan (UNAMA) in Kabul mitteilte, starben im vergangenen Jahr bei Kämpfen, Anschlägen und Angriffen 3021 Zivilpersonen. Dies waren acht Prozent mehr als 2010. Zudem war 2011 das fünfte Jahr in Folge, in dem die Zahl der zivilen Todesopfer stetig zunahm.

Taliban für die meisten Opfer verantwortlich

Die aufständischen Taliban und ihre Verbündeten seien für mehr als drei Viertel der Todesfälle verantwortlich, heißt es in dem UN-Report weiter. Durch die Explosion selbstgebauter Sprengsätze, der am häufigsten eingesetzten Waffen der Aufständischen, wurden danach 967 Zivilisten getötet. "Dramatisch gestiegen" - so der Bericht - ist die Zahl der zivilen Todesopfer durch Selbstmordanschläge. Selbstmordattentäter hätten im vergangenen Jahr 450 Zivilisten mit in den Tod gerissen - 80 Prozent mehr als 2010.

Bei den umstrittenen nächtlichen Luftangriffen der internationalen Truppen, die immer wieder zu Konflikten zwischen der NATO und der Regierung in Kabul führen, kamen 63 Zivilisten ums Leben. Insgesamt werden die Soldaten der ISAF und die Sicherheitskräfte der afghanischen Regierung für 410 zivile Todesopfer verantwortlich gemacht.

Appell an Konfliktparteien

Die afghanischen Zivilisten zahlten schon "viel zu lange" den "höchsten Preis des Krieges", kommentierte UNAMA-Chef Jan Kubis den Bericht. Immer noch werde "eine ständig steigende Zahl" von afghanischen Kindern, Frauen und Männern getötet. Der frühere slowakische Außenminister appellierte an alle Konfliktparteien, ihre Bemühungen zum Schutz von Zivilisten "in hohem Maße" zu verstärken.

wl/nm (dapd,rtr,afp)