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Politik

Tödlicher Luftangriff in Sri Lanka

Tamilische Rebellen auf Sri Lanka haben erstmals aus der Luft angegriffen. Bei der Attacke auf einen Armeeposten starben drei Soldaten. Wenig später forderte ein Selbstmordanschlag weitere Todesopfer.

Verwundete Soldaten in einem Krankenhaus bei Colombo: die Gewalt nimmt zu - trotz Friedensabkommen

Verwundete Soldaten in einem Krankenhaus bei Colombo: die Gewalt nimmt zu - trotz Friedensabkommen

Nach Darstellung der Rebellen hätten sie den Stützpunkt nahe des Flughafens von Colombo mit zwei Leichtflugzeugen angegriffen. Laut Militär sei es jedoch nur eine Maschine gewesen, die drei Bomben abgeworfen habe. Die Rebellen hätten keine Maschinen zerstören können, die gegen tamilische Stellungen eingesetzt würden. Der Angriff habe somit sein Ziel verfehlt, teilte das Militär mit. Laut CNN sagte ein Militärsprecher, die Bomben hätten einen Hangar getroffen. Zwei Hubschrauber seien leicht beschädigt worden. Das Feuer habe schnell gelöscht werden können.

Die "Befreiungstiger" von Tamil Eelam (LTTE) bestätigten, dass sie die Luftwaffenbasis angegriffen hätten. Ziel der Bomben seien dort stationierte Kampfflugzeuge von Typ Kfir und MiG-27 gewesen, sagte einer ihrer Militärsprecher. Die Maschinen von Typ Kfir aus israelischer Produktion würden bei Einsätzen gegen Stellungen der Rebellen benutzt. Ihre Leichtflugzeuge seien wieder zu ihrer Basis in der von den Rebellen kontrollierten Nordregion der Insel zurückgekehrt. Die Rebellen kündigten weitere Angriffe auf militärische Ziele an. So sollten tamilische Zivilisten vor "Flächenbombardements" der srilankischen Luftwaffe geschützt werden, sagte der Sprecher der Rebellen.

Flughafen blieb verschont

Der internationale Bandaranaike-Flughafen sei nicht in ihrem Visier gewesen, so die Rebellen. Dennoch wurde der gesamte Flugverkehr vorübergehend eingestellt. Alle ankommenden Flüge wurden nach Indien und Thailand umgeleitet, sagte Chandana Silva, Sprecher der nationalen Fluggesellschaft Srilankan. Mindestens sieben Maschinen, darunter Flüge aus Frankfurt/Main, Paris, Dubai und London, seien betroffen gewesen. Die Maschine aus Frankfurt sei nach Kochin in Indien umgeleitet worden. Die Fluggäste auf dem Bandaranaike-Airport seien umgehend in Sicherheit gebracht worden. Passagiere, die auf dem Weg zum Flughafen gewesen seien, wurden vor dem Flughafen gestoppt.

Im Sommer 2001 wurden bei einem Bodenangriff von Tamil Eelam auf den Flughafen zahlreiche Flugzeuge zerstört, darunter auch sechs zivile Passagiermaschinen der Sri Lankan Airlines. Bei dem Angriff kamen damals 22 Menschen ums Leben.

Selbstmordanschlag mit Traktor

Wenige Stunden nach dem Luftangriff sprengten zwei tamilische Selbstmordattentäter am Dienstag (27.3.07) einen mit Sprengstoff präparierten Traktor vor einem Militärposten in die Luft. Dabei rissen sie neun Menschen mit in den Tod, darunter ein Kind. Wie das Militär weiter mitteilte, wurden mehrere Menschen bei dem Anschlag in Chenkaladi im Osten Sri Lankas verletzt.

Der Kampf der Tamilen für einen unabhängigen Tamilenstaat im Norden und Osten der Insel hat seit 1972 etwa 65.000 Menschen das Leben gekostet. Rund eine Million Menschen sind vor den Gefechten geflüchtet. Die Gewalt in Sri Lanka eskaliert seit rund 15 Monaten. Ein von Norwegen vermitteltes Friedensabkommen aus dem Jahre 2002 hat die Kämpfe zwar abklingen lassen, aber nicht zu deren Einstellung geführt. Seit einigen Monaten nehmen die Gefechte an Intensität wieder zu und kosteten mehr als 3200 Menschen das Leben. Mit dem Einsatz von Leichtflugzeugen durch die Tamilien könnte sich der Konflikt noch weiter verschärfen. (al/tos)

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