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Attentat

Tödlicher Anschlag in jordanischem Flüchtlingslager

Jeder Zehnte in Jordanien ist nach Angaben der Regierung ein Flüchtling aus Syrien. Das Königreich trägt die Hauptlast bei der Aufnahme Notleidender aus dem Nachbarland. Ausgerechnet sie wurden nun Ziel eines Anschlags.

Syrien Rukban camp Wrack (picture-alliance/AP Photo)

Trümmer nach dem Bombenattentat

In einem Lager für Bürgerkriegsflüchtlinge an der syrisch-jordanischen Grenze sind mindestens elf Zivilisten bei einem Bombenanschlag getötet worden. Eine Autobombe sei am Rande des Lagers Rukban detoniert, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Auch die jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete von dem Anschlag. Demnach wurden 14 Verletzte in jordanische Krankenhäuser eingeliefert.

Das behelfsmäßige Lager für syrische Flüchtlinge befindet sich in einer abgelegenen Wüstengegend im Nordosten Jordaniens in der Nähe des Grenzübergangs Rukban. Nach UN-Angaben leben in dem Camp 85.000 Syrer.

Verheerende Lebensbedingungen

Jordanien hatte nach einem Selbstmordanschlag im Juni, bei dem sieben jordanische Soldaten getötet wurden, die Grenzen zu Syrien und zum Irak geschlossen. Zu dem Anschlag hatte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Die Regierung in Amman erklärte das Grenzgebiet zum militärischen Sperrgebiet.

Die jordanischen Behörden vermuteten damals, dass der Attentäter aus dem Flüchtlingscamp Rukban kam, und stellten daher auch die Hilfslieferungen für das Lager ein. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte im Oktober die verheerenden Lebensbedingungen in dem Camp. Seit der Grenzschließung trafen erst zwei Hilfslieferungen der Vereinten Nationen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Winterkleidung ein.

"Wir haben unsere Grenze erreicht"

Mehr als vier Millionen Syrer verließen seit dem Beginn des Bürgerkriegs im März 2011 ihr Land. Das kleine Königreich Jordanien mit seinen rund 7,5 Millionen Einwohnern trägt eine große Last bei der Aufnahme der Flüchtlinge. Nach Angaben der Regierung in Amman leben dort 1,4 Millionen Menschen aus dem Nachbarland; die UN sprechen von 600.000.

König Abdullah hatte im August gesagt, Jordanien tue sein Möglichstes, um syrischen Flüchtlingen zu helfen. "Aber wir haben unsere Grenzen erreicht", fügte er hinzu. Es handele sich um eine internationale Krise, bei der es auch um internationale Verantwortung gehe: "Die Welt muss ihren Teil beitragen."

jj/uh (afp, ap)