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Politik & Gesellschaft

Tödlicher Anschlag auf deutsche Soldaten

Bei einem Selbstmordanschlag in Nordafghanistan sind mehrere Menschen getötet worden, darunter zwei Bundeswehrsoldaten. Der lokale ISAF-Kommandeur, der deutsche General Markus Kneip, wurde bei dem Anschlag verletzt.

Das Ziel des Anschlags im Norden Afghanistans (Foto: AP)

Das Ziel des Anschlags im Norden Afghanistans

In der nordafghanischen Provinz Tachar ist am Samstag (28.05.2011) ein Selbstmordanschlag auf ein Sicherheitstreffen von afghanischen Behörden, Militärs und NATO-Truppen verübt worden. Mehrere Menschen wurden in den Tod gerissen, darunter auch zwei Soldaten der Bundeswehr, wie Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte.

Bei dem Treffen im Büro des Gouverneurs der Provinz Tachar war auch der ISAF-Kommandeur in Nordafghanistan, der deutsche General Markus Kneip, anwesend. Er überlebte den Anschlag, wurde aber laut Bundeswehr leicht verletzt. Kneip müsse "nach jetzigem Stand nicht nach Deutschland ausgeflogen werden", sagte der Leiter des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz.

Hohe Beamte im Visier

Thomas de Maiziere und Markus Kneip (Foto: dapd)

General Markus Kneip (r.) mit Verteidigungsminister Thomas de Maiziere im März in Afghanistan

Afghanische Behörden hatten zunächst von drei toten deutschen Soldaten berichtet. Insgesamt seien sieben Personen getötet worden, sagte der Sprecher des Gouverneurs, Fais Mohammad Tawhidi. Unter ihnen seien auch der Polizeikommandeur für Nordafghanistan, Daud Daud, und Tachars Polizeichef Schah Dschahan Nuri. Gouverneur Abdul Jabar Taqwa sei einer der Verletzten.

Der Anschlag ereignete sich in einem Bürokomplex des Gouverneurs in der Stadt Talokan im Norden Afghanistans. Ein Mitarbeiter des Provinzgouverneurs, Kutbuddin Kamal, sagte, der Anschlag sei nach dem Treffen verübt worden. "Zum Ende des Treffens, als wir gehen wollten, wartete ein Selbstmordattentäter auf dem Flur und sprengte sich in die Luft." Zu der Tat bekannten sich die radikal-islamischen Taliban.

Mehr als 50 tote deutsche Soldaten

Demonstration (Foto: ap)

Talokan: Tote bei Protesten gegen die Bundeswehr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich "schockiert und traurig" über den Anschlag. Bei seinem Besuch im Golfstaat Oman verurteilte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) die Tat. "Ich bin bestürzt über diesen barbarischen Terrorakt. Wir trauern um die Toten und bangen mit den Verletzten." Der afghanische Präsident Hamid Karsai sprach von einem "barbarischen Terrorakt".

Vor zehn Tagen war es in Talokan zu teils gewaltsamen Protesten vor einem Lager der Bundeswehr gekommen. Zwölf Menschen waren dabei getötet worden. Seit Beginn des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan sind mehr als fünfzig deutsche Soldaten getötet worden. Zuletzt war am Mittwoch ein deutscher Soldat bei einem Anschlag auf eine Patrouille getötet worden. Am Samstag wurde für ihn im Feldlager Kundus in Nordafghanistan eine Trauerfeier abgehalten.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpad, dpa, rtr)

Redaktion: Herbert Peckmann

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