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Aktuell Amerika

Tödliche Schüsse bei Siegesfeier

Immer wieder eskaliert im kanadischen Quebec der Streit der Volksgruppen. Bei den jüngsten Provinzwahlen triumphierten knapp die französischsprechenden Separatisten. Ein Attentäter feuerte auf die feiernden Sieger.

Es sollte eine historische Siegesfeier werden: Pauline Marois, die mutmaßliche neue Regierungschefin der Provinz Quebec, wurde bei ihrer Rede in einem Konzertsaal von Montreal von tausenden Anhängern bejubelt. Die Separatisten ihrer "Parti Québécois", die eine größtmögliche Unabhängigkeit vom übrigen, englischsprachigen Kanada wollen, waren als stärkste Kraft aus den Provinzwahlen hervorgegangen. Doch dies war möglicherweise für einen radikalen Parteigegner nicht zu ertragen: Er schoss um sich, tötete einen Menschen und verletzte mindestens eine weitere Person.

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Personenschützer bringen Parteichefin Marois in Sicherheit

Der Schütze, ein 50 Jahre alter Mann, wurde noch in der Nacht außerhalb des Tagungsortes festgenommen. Er soll nach Polizeiangaben auch versucht haben, am Hintereingang einen Brand zu legen. Laut TV-Berichten soll er gerufen haben: "Die Englischen erwachen". 

Spitzenkandidatin Marois wurde vom Rednerpult zunächst von Bodyguards in Sicherheit gebracht. Sie blieb unverletzt. Sie löste anschließend die Versammlung auf.  

Seit 2003 regierte in Quebec der Liberale Jean Charest. In der Provinz leben acht Millionen Menschen, die meisten sprechen französisch. Es ist die einzige der zehn Provinzen Kanadas, in der nicht Englisch die Hauptsprache ist. Quebec ist fast dreimal so groß wie Frankreich.

SC/hp (afpe, dpa, rtr)

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