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Aktuell Asien

Tödliche Hitze in China

Die Hafenstadt Shanghai leidet derzeit unter der größten Hitzewelle seit mindestens 140 Jahren. Auch andere Teile der Volksrepublik sind davon betroffen. Die Behörden riefen die höchste Warnstufe aus.

Seit mehr als drei Wochen liegen die Temperaturen über der Marke von 35 Grad Celsius. Zur Zeit erreichen sie sogar Werte von 40 Grad und darüber. In Medien ist bereits von zwei Dutzend Toten durch Hitzschlag die Rede. Allein zehn davon seien in Shanghai gestorben. Für die Hafenmetropole war es der heißeste Juli seit 140 Jahren.

In spektakulären Fernsehbilder brutzelten Reporter Speckstreifen, Rindfleisch und Eier auf heißem Marmor, auf Metallgeländern oder mit Alufolie auf dem blanken Boden. Mit 42,7 Grad war die Stadt Fenghua in der Provinz Zhejiang im Osten die heißeste Stadt in China.

Erstmals seit Einführung eines Warnsystems 2009 verhängte Chinas Wetterbehörde die höchste Gefahrenabwehrstufe über sieben Provinzen und die beiden Metropolen Chongqing und Shanghai.

Baukräne vor Hochhäusern in Pekling (Foto: ddp images/AP Photo/Elizabeth Dalziel)

Der Preis des chinesischen Baubooms: Durch Betonhäuser wie hier in Peking wird die Hitze verschärft

Vor allem die Bewohner im Osten und Süden wurden vor Hitzschlag und Brandgefahr gewarnt. Die Leute sollten sich kühl halten und sich so wenig wie möglich im Freien aufhalten. Um der sengenden Hitze zu entkommen, strömten die Menschen in klimatisierte Bibliotheken oder suchten in U-Bahn-Stationen Zuflucht vor der Sonnenglut.

Wegen der dauerhaft hohen Temperaturen herrscht in weiten Landesteilen schwere Dürre. Eine Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht. in der Provinz Guizhou leiden zwei Millionen Menschen unter akutem Trinkwassermangel, wie Staatsmedien berichten. Die Ernte ist schwer geschädigt. Millionen von Bauern sind betroffen.

Durch Klimawandel und menschliche Aktivitäten werde die Hitzewelle zusätzlich verstärkt, sagte der Forscher Zheng Yan vom Institut für Stadt- und Umweltstudien der Akademie der Sozialwissenschaften in Peking. Nicht alles sei durch die Erderwärmung zu erklären, aber in Städten würden die hohen Temperaturen durch Verkehr, Betonbauten, Abwärme von Klimageräten und Industriebetriebe noch gesteigert. "Es sind regionale Auswirkungen menschlichen Handelns", sagte der Forscher. "Sie akkumulieren sich mit der Erderwärmung und führen zu der Hitze, die wir jetzt erleben."

uh/mak (dpa, afp)