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Amerika

Tödliche Explosion im Kohlebergwerk

Bei einer Explosion in einer kolumbianischen Mine sind 21 Bergleute ums Leben gekommen. Einige werden vermisst. Es ist nicht das erste derartige Unglück in diesem Bergwerk.

Arbeiter (Foto: AP)

Die Arbeiter stehen unter Schock

Wieder ist es in Kolumbien zu einem tödlichen Unglück in einem Bergwerk gekommen. Im Bergwerk "La Preciosa" im Norden des Landes an der Grenze zu Venezuela explodierte Methangas - 21 Arbeiter kamen dabei am Mitwoch (26.01.2011) ums Leben. Sechs weitere Bergleute überlebten das Unglück in der Mine, weil sie in der Nähe des Ausgangs gefrühstückt hatten und von der Druckwelle nach außen geschleudert wurden.

Sicherheitsauflagen verletzt?

Die Explosion ereignete sich am frühen Morgen um 6.50 Uhr (Ortszeit) während des Schichtwechsels. Die Mine liegt in der Provinz Norte de Santander, etwa 400 Kilometer nordöstlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Obwohl Helfer schnell zur Stelle waren, mussten sie wegen des hohen Methangasgehalts in der bis zu 1300 Meter tiefen Mine zunächst untätig warten. Nach dem Unglück versammelten sich vor dem Bergwerk verzweifelte Angehörige.

Experten (Foto: AP)

Experten untersuchen die Unglücks-Mine

Bergbauminister Carlos Rodado ordnete an, die Mine vorläufig zu schließen. Nun soll ermittelt werden, ob gegen Sicherheitsauflagen verstoßen wurde. Die Bergwerksfirma erklärte über ihre Rechtsvertreter, sämtliche Sicherheitsbestimmungen befolgt zu haben. Zugleich kündigte Rodado an, alle Minen des Landes einschließlich der schätzungsweise 3000 illegal betriebenen Bergwerke zu überprüfen. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erfuhr bei einem Frankreich-Besuch von dem Unglück. Er stimme von dort aus notwendige Maßnahmen mit dem Bergbauminister ab, hieß es.

Kohleland Kolumbien

Minenunglücke sind in Kolumbien keine Seltenheit: Ebenfalls am Mittwoch wurde der Tod zweier Bergleute in Zentralkolumbien gemeldet. Im gesamten Jahr 2010 kamen in Kolumbien mehr als 100 Arbeiter bei Minen-Unglücken ums Leben. Kolumbien ist der fünftgrößte Kohleförderer der Welt nach Indonesien, Australien, Russland und Südafrika.

Auch im Bergwerk "La Preciosa" kam es schon zu Unfällen. Vor knapp vier Jahren, am 3. Februar 2007, hatte es dort sogar ein ähnliches Unglück gegeben. Damals kamen 31 Menschen ums Leben. Danach wurde das Bergwerk für fünf Monate geschlossen. Der Betreiber ließ damals ein besseres Belüftungssystem installieren.

Autor: Dirk Eckert/Oliver Pieper (afp, dapd, dpa)

Redaktion Walter Lausch

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