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Afrika

Tödliche Befreiungsaktion in Niger

Am Samstag wurden bei einer Befreiungsaktion zwei Franzosen getötet. Die beiden 25jährigen waren in Niamey entführt worden. Die nigrische Armee hatte versucht, die Männer mit Hilfe französischer Soldaten zu befreien.

Restaurant in Niamey, Ort der Entführung (Bild: AP)

Aus diesem Restaurant - mitten in Niamey - wurden die Franzosen entführt

Die Leichen der "offenbar hingerichteten" Geiseln wurden nach dem Befreiungsversuch nigrischer und französischer Soldaten gefunden, teilte ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums am Sonntag (09.01.2011) mit. Staatspräsident Nicolas Sarkozy verurteilte den Mord an den Entführten als "barbarisch und feige". Andere Agenturen berichten, die Geiseln seien während des Feuergefechts zwischen den Soldaten und den Entführern getötet worden. Die französische Regierung verteidigte gleichzeitig den Befreiungsversuch: "Untätigkeit ist ein Zeichen, dass Frankreich nicht gegen den Terrorismus kämpft", sagte Verteidigungsminister Alain Juppé am Sonntagabend. Und: Die Regierung übernehme die volle Verantwortung für die Militäraktion.

Juppé verdächtigt El Kaida

Alain Juppé (Bild: dpa)

Verteidigt den Angriff: Alain Juppé (Archivbild)

Laut Juppé hatte die nigrische Armee mit Unterstützung "französischer Vertreter aus der Region" sofort die Verfolgung der Geiselnehmer aufgenommen. Dabei wurden sie von einem französischen Aufklärungsflugzeug unterstützt. Die Kidnapper wurden laut Juppé in der Grenzregion zu Mali gestellt. Dann sei es zu zwei Feuergefechten gekommen, bei denen mehrere Geiselnehmer getötet worden seien. Juppé habe wenig Zweifel, dass das Terrornetzwerk El Kaida hinter der Entführung stehe. Der Verteidigungsminister wird am Montag in Niger erwartet.

Entführung in der Hauptstadt

Mehrere bewaffnete Männer hatten die Franzosen am Freitag aus einem Restaurant in der nigrischen Hauptstadt Niamey entführt. Die Entführer hätten Arabisch und Französisch gesprochen und seien wie Angehörige der Volksgruppe der Tuareg gekleidet gewesen, sagten Augenzeugen. Eine der beiden Geiseln wollte am kommenden Wochenende heiraten. Das teilte der Bürgermeister seiner Heimatstadt Linselles am Sonntag mit. Der andere Entführte sollte demnach Trauzeuge sein. Es war das erste Mal, dass Ausländer mitten in Niamey verschleppt wurden. Die nigrische Hauptstadt galt bisher als weitgehend sicher.

Die im September entführten Geiseln (Bild vom 30.09.2010, AP)

Die im September entführten Geiseln (Bild vom 30.09.2010)

Im September hatte eine Gruppe mit Verbindung zu El Kaida fünf Franzosen im Niger entführt. Der nordafrikanische Zweig von Al Kaida, Aqmi, hatte sich zu der Tat bekannt. Die Franzosen, die mittlerweile vermutlich in Mali festgehalten werden, arbeiteten in Niger für den französischen Atomkonzern Areva und für eine Auftragsfirma. Im Juli hatte die Terrorgruppe Aqmi einen 78jährigen Franzosen ermordet. Die Terrorgruppe nahm damit Rache für einen mauretanisch-französischen Militäreinsatz, bei dem mindestens sechs El-Kaida-Anhänger getötet worden waren.

Autorin: Christine Harjes (AP, afp, dpa)
Redaktion: Klaudia Pape

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