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Aktuell Nahost

Tödliche Anschläge auf Moscheen im Irak

Religiöse Fanatiker sind im Irak weiter auf dem Vormarsch: Terroristen griffen eine Moschee für Schiiten und ein sunnitisches Gotteshaus an. Eine Granate traf ein Alkoholgeschäft. Es gab Tote und Verletzte.

Die Serie von Anschlägen im Irak reißt nicht ab: Religiöse Fanatiker haben in der Hauptstadt Bagdad zwei Moscheen und ein Alkoholgeschäft angegriffen. Nach Informationen der Polizei starben bei einem Sprengstoffanschlag auf die sunnitische Al-Furkan-Moschee im Al-Raschidija-Viertel sieben Menschen. 20 Menschen wurden verletzt. Vor der von Schiiten besuchten Al-Mustafa-Moschee im nordöstlichen Stadtviertel Ur detonierte nach Angaben lokaler Medien ein Sprengsatz, als die Gläubigen nach dem Gebet die Moschee verließen. Drei Menschen starben. Die Polizei zählte sieben Verletzte.

Ein Alkoholgeschäft im Al-Schaab-Bezirk wurde in der Nacht zum Freitag von einer Handgranate getroffen. Der Nachrichtensender Sumeria TV berichtete, drei Menschen seien getötet worden, zwei Zivilisten erlitten Verletzungen.

In der nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba starben ein Polizist und drei Zivilisten. In der Nacht waren bei Gefechten zwischen Aufständischen und der Polizei in der nördlichen Stadt Mossul neun Polizisten und vier Kämpfer getötet worden.

UN: Blutigster Monat seit fünf Jahren

In der westlichen Stadt Falludscha demonstrierten erneut Tausende von Sunniten gegen die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Der Vorschlag eines islamischen Geistlichen, die Autonomie der von Sunniten bewohnten Gebiete im Westen des Landes zu fordern, wurde von den Demonstranten jedoch nicht akzeptiert.

Im Irak sind im vergangenen Monat so viele Menschen ums Leben gekommen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Bei Terror- und Gewalttaten starben rund 600 Zivilisten, mehr als 1400 wurden verletzt. Unter den irakischen Sicherheitskräften gab es 117 Tote und 195 Verletzte. Der April markiere damit den blutigsten Monat seit Juni 2008, teilte die UN-Mission Unami (United Nations Assistance Mission for Iraq) in New York mit.

Damit hat sich die Zahl der toten und verletzten Zivilisten im April im Vergleich zum Vormonat etwa verdoppelt. Trauriger Spitzenreiter unter den Provinzen des Landes ist die Hauptstadt Bagdad, auf die allein 211 getötete und 486 verletzte Zivilisten entfielen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und sein Sondergesandter für den Irak, Martin Kobler, riefen dazu auf, den Dialog zu suchen, um die "kritische Phase", die der Irak durchmache, zu überwinden.

re/uh (dpa, afp, rtr)