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Aktuell Nahost

Tödliche Angriffe auf IS-Hochburg Rakka

Vom Waffenstillstand soll sie nicht profitieren - die Terrormiliz "Islamischer Staat" darf in Syrien weiter bombardiert werden. Heftige Luftschläge trafen jetzt ihr Hauptquartier. Die meisten Opfer sind aber Zivilisten.

Zerstörung in Rakka, der Hochburg der IS-Dschihadisten (Archivbild: Getty Images/AFP/A. Martins)

Zerstörung in Rakka, der Hochburg der IS-Dschihadisten (Archivbild)

Bei Luftangriffen auf die nordsyrische Stadt Al-Rakka sind nach Angaben der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 40 Menschen getötet worden, mindestens 40 weitere wurden demnach verletzt. Die meisten Opfer seien Zivilisten, berichtet die Organisation. Al-Rakka ist die selbsternannte Haupstadt des von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrollierten Territoriums in Syrien.

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, geht nach eigenen Worten davon aus, dass russische Jets die Angriffe flogen. Er habe sichere Erkenntnisse, dass die Luftschläge nicht von Flugzeugen der US-geführten Koalition ausgegangen seien. Syriens Luftwaffe wiederum sei zu solch heftigen Angriffen nicht fähig, erklärte Rahman. Die Angaben der Beobachtungsstelle mit Sitz in London können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Bereits am Freitag waren bei Bombardements in Al-Rakka 16 Menschen getötet worden, darunter acht Kinder.

Auch Oasenstadt Palmyra bombardiert

Die rund 200 Kilometer südwestlich von Al-Rakka gelegene Oasenstadt Palmyra wurde ebenfalls von russischen Kampfflugzeugen attackiert. Dabei seien mindestens 18 IS-Kämpfer getötet worden, so die Beobachtungsstelle. Mit russischer Unterstützung versucht die syrische Armee seit Wochen, die Stadt zurückzuerobern. Der IS hatte Palmyra im Mai eingenommen und dort seither mehrere antike Heiligtümer zerstört, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Russland hatte in dieser Woche zwar den Großteil seiner Truppen aus Syrien abgezogen, fliegt aber zur Unterstützung des Regimes weiter Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland. Seit drei Wochen gilt in Syrien ein Waffenstillstand, der weitgehend hält. Ausgenommen von der Feuerpause ist allerdings die Bekämpfung des IS und der Nusra-Front, eines Ablegers der Terrororganisation Al-Kaida. Der IS hat weite Teile Syriens und des Iraks unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen.

jj/sti (dpa, ap, rtr)