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Russland-Affäre

Täuschte Sessions die Öffentlichkeit?

Der US-Justizminister gerät durch neue Enthüllungen über seine Russland-Kontakte stärker unter Druck: Zweifel an der Darstellung von Jeff Sessions zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter Kisljak kommen auf.

Entgegen seiner bisherigen Behauptung habe US-Justizminister Sessions (Artikelbild) vor der Präsidentschaftswahl 2016 doch mit dem russischen Botschafter in Washington über wahlkampfrelevante politische Themen gesprochen, berichtet die "Washington Post". Die Zeitung beruft sich auf amtierende und frühere Regierungsmitarbeiter. Diese wiederum stützten sich auf Telefonate zwischen Botschafter Sergej Kisljak und dessen Vorgesetzten in Moskau, die angeblich vom US-Geheimdienst abgehört wurden.

Sessions habe "umfangreiche" Gespräche mit den Russen geführt - unter anderen darüber, wie sich die russisch-amerikanischen Beziehungen unter einem Präsidenten Trump entwickeln könnten, heißt es nun.

Sergej Kisljak (Getty Images/AFP/B. Smialowski)

Vertritt Russland seit 2008 in Washington: Sergej Kisljak

Die Enthüllungen sind heikel, weil Russland im Verdacht steht, sich gezielt in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um Donald Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Ausschüsse des Kongresses untersuchen, ob es Absprachen zwischen Vertretern aus Trumps Team und dem Kreml gab. Sessions war im Wahlkampf ein Berater von Trump.

Widersprüche

Bei seiner Nominierungsanhörung für das Amt des Justizministers hatte Sessions zunächst ausgesagt, er habe während des Wahlkampfs keinerlei Kontakte zu offiziellen russischen Vertretern gehabt. Diese Angaben musste er korrigieren, als Treffen mit Kisljak bekannt wurden. Daraufhin hatte sich Sessions für befangen erklärt und damit seinen Rückzug aus den Ermittlungen zur Russland-Affäre der ihm unterstehenden Bundespolizei FBI vollzogen.

Trump kanzelte seinen Justizminister dafür in dieser Woche in beispielloser Weise ab. "Wie kann man einen Job übernehmen, wenn man sich selbst für befangen erklärt?", hatte Trump über den Minister gesagt. Wenn Sessions dies schon vor seiner Ernennung zum Minister getan hätte, "hätte ich gesagt, 'Danke, Jeff, aber ich werde Dich nicht nehmen'", fügte Trump hinzu.

wa/myk (afp, dpa)

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