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Politik

Tätersuche nach dem Irak-Anschlag

Vier Selbstmordattentäter sollen nach Militärangaben den Anschlag auf das italienische Hauptquartier am 12.11. verübt haben. Mindestens 26 Menschen starben dabei. Japan schickt vorerst keine Soldaten in den Irak.

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Ein italienischer Carabiniero steht Wache in Nasirija

Auch nach dem verheerenden Selbstmordanschlag auf das italienische Hauptquartier in der südirakischen Stadt Nasirija am Mittwoch (12.11.2003) wollen die verbündeten Regierungen in Rom, London und Washington an ihrer Irak-Politik festhalten. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi betonte, Italien werde sich durch den Anschlag nicht einschüchtern lassen. US- Präsident George W. Bush dankte ihm für seine Standfestigkeit. Der britische Premierminister Tony Blair bekräftigte, ein Rückzug der Koalitionstruppen wäre "das Schlimmste, das wir tun könnten".

Mindestens 26 Tote und rund 60 Verletzte

Mindestens 18 Italiener und 8 Iraker wurden bei dem bisher schwersten Anschlag auf Verbündete der USA im Irak getötet, wie die Regierung in Rom mitteilte. Nach Berichten italienischer Medien wurden rund 60 Menschen in der südirakischen Stadt verletzt. Eine Sprecherin des britischen Divisionskommandos in Basra gab die Zahl der verletzten Italiener mit 21 an. Wie das italienische Fernsehen berichtete, sind unter den Toten auch vier Kinder.

Nach Erkenntnissen des italienischen Militärs brachten vier Selbstmordattentäter zwei mit jeweils 150 bis 300 Kilogramm Sprengstoff beladene Lastwagen zur Explosion. Der italienische Verteidigungsminister Antonio Martino sagte, zuerst habe ein Transporter die Absperrungen vor dem Hauptquartier durchbrochen. Danach sei ein zweiter mit Sprengstoff beladener Wagen auf das Gelände gefahren und in die Luft geflogen. Das Lager wurde weitgehend verwüstet. Italien macht Anhänger des gestürzten Saddam-Regimes für das Blutbad verantwortlich.

US-Truppen fliegen Bombenangriff

Nach dem Anschlag bombardierten US-Truppen in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Mittwochabend ein Gebäude, in dem sich laut US-Angaben bewaffnete Gegner der Koalitionskräfte getroffen haben sollen. Dabei seien mindestens zwei Iraker getötet worden, berichtete der US-Sender CNN. Fünf Iraker wurden festgenommen.

Wie Papst Johannes Paul II. verurteilten US-Präsident Bush, Bundeskanzler Gerhard Schröder, UN-Generalsekretär Kofi Annan und die EU-Kommission den Anschlag in Nasirija und sprachen den Angehörigen der getöteten Soldaten ihr Beileid aus. Die italienische Regierung hatte im Juni ein Kontingent von fast 3000 Soldaten in den Irak entsandt. Sie sollen unter britischem Oberbefehl die USA und Großbritannien bei der Befriedung des Iraks unterstützen. Oppositionspolitiker in Rom verlangten den sofortigen Abzug der italienischen Soldaten.

Japan entsendet vorerst keine Soldaten

Japan will nach dem Anschlag auf die Koalitionstruppen vorerst keine Soldaten in den Irak entsenden. Die derzeitige Lage erlaube es derzeit "leider" nicht, Truppen zu schicken, erklärte Regierungssprecher Yasuo Fukuda am Donnerstag (13.11.2003) in Tokio. Wenn die Situation es zulasse, könnten die Soldaten aber "jederzeit" in den Irak gehen. Ein im Juli 2003 in Kraft getretenes Gesetz zur Hilfe beim Wiederaufbau des Iraks untersagt der japanischen Regierung, Soldaten in Kampfgebiete zu schicken. Regierungschef Junichiro Koizumi betonte, sein Land bleibe dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Irak verpflichtet. "Wir können uns nicht vom Terrorismus einschüchtern lassen", sagte er. (kap)

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