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Aktuell Europa

Tänzer gesteht Auftrag für Säure-Attentat

Der Solist Pawel Dmitritschenko hat das Säure-Attentat auf den Ballettchef des Bolschoi-Theaters in Russland angezettelt. Laut Polizei gab er eine "persönliche Feindschaft" gegen Sergej Filin an.

Der Startänzer Pawel Dmitritschenko habe den Auftrag für die Säureattacke gestanden, teilte die Polizei in Moskau mit. Das russische Fernsehen zeigte Aufnahmen aus einem Polizeiverhör, auf denen er sagt: "Ich habe die Attacke organisiert, aber nicht in dem Ausmaß, wie sie dann passiert ist." Ob die Aussage unter Druck entstand, ist unklar.

Dmitritschenko soll zusammen mit zwei Komplizen den Angriff gegen seinen Chef Sergej Filin (Artikelbild) geplant und ausgeführt haben. Über das Motiv wird noch spekuliert. Der 29-Jährige war zuletzt in der Titelrolle des Balletts "Iwan der Schreckliche" zu sehen. Er tanzt seit 2002 am Bolschoi und hatte immer wieder große Rollen. Über sein Motiv wird spekuliert.

Startänzer Pavel Dmitritschenko (Foto: rtr)

Startänzer Pavel Dmitritschenko - hier als "Ivan der Schreckliche" - gab den Auftrag

Persönliche Gründe

Polizeisprecherin Swetlana Kokotowa sagte, die Polizei nehme an, dass Dmitritschenko eine "persönliche Feindseligkeit aufgrund seiner professionellen Tätigkeit" gegen Filin gehegt habe. Dessen Kollegen hatten zuvor erklärt, die Attacke könnte mit Filins Auswahl von Tänzern für besonders begehrte Rollen zu tun haben.

Laut russischen Medien soll der mächtige Ballettchef Dmitritschenkos Lebensgefährtin, Angelina Woronzowa, deren Traumrolle in "Schwanensee" verwehrt haben.

Pavel Dmitritschenko beim Verhör (Foto: rtr)

Dmitritschenko beim Verhör

Angreifer und Helfer gestehen auch

Auch der mutmaßliche Angreifer und ein Helfer seien geständig, so die Polizei. Die drei Männer waren am Dienstag festgenommen worden. Ihnen drohen wegen schwerer Körperverletzung bis zu zwölf Jahre Haft.

Ein vermummter Angreifer hatte Filin am 17. Januar bei der Heimkehr von der Arbeit überfallen und mit Schwefelsäure beschüttet. Der Künstler erlitt schwerste Verbrennungen an den Augen und am Kopf.

Derzeit wird er in Deutschland behandelt. Auf seinem linken Auge könne er nach mehreren Operationen wieder einigermaßen gut sehen, berichtete die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta". Aller Voraussicht nach werde er nicht dauerhaft erblinden. Das Bolschoi Theater rechnet damit, dass er im Sommer seine Arbeit wieder aufnehmen kann.

uh/se (apd,dpa)

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