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Deutsch-polnische Beziehungen

Szydlo hält an Reparationsforderungen fest

Polens Regierungschefin Szydlo bekräftigte ihre Forderungen nach weiteren Kriegsentschädigungen durch Deutschland. Gleichzeitig verteidigte sie ihre Pläne zur "Repolonisierung" von Medien mit deutschen Besitzern.

Trotz der klaren Absage durch den deutschen Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag erneuerte Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo ihre Forderung nach deutschen Kriegsreparationen. "Das ist einfach eine Frage des Anstands und der Gerechtigkeit gegenüber Polen", sagte die rechtsnationale Politikerin in einem Interview der Agentur PAP.

Bevor man die Frage auf die Ebene der Diplomatie trage, müssten aber zunächst die politischen Weichen gestellt werden, erklärte Szydlo mit Blick auf die Führungsgremien ihrer Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Derzeit dauerten die wissenschaftlichen Analysen noch an. Davon unbeeindruckt hatte Innenminister Mariusz Baszczak zuvor bereits seine "Rechnung" vorgestellt. Den materiellen Schaden, den Polen durch den Zweiten Weltkrieg erlitten habe, bezifferte der Parteikollege Szydlos auf eine Billion US-Dollar, rund 840 Milliarden Euro.

Seibert verweist auf Reparationsverzicht

Regierungssprecher Seibert bekannte sich am Freitag zur Verantwortung für die "unfassbaren Verbrechen", die sich nach dem Einmarsch deutscher Truppen am 1. September 1939 in Polen ereignet haben.

Gleichzeitig wies er die Reparationsforderungen aus Warschau mit Verweis auf den Reparationsverzicht Polens im Jahr 1953 und die bis dahin geleisteten Zahlungen zurück. Nach Darstellung Warschaus geschah der Verzicht auf Druck der Sowjetunion, zu deren Herrschaftsbereich Polen zu dieser Zeit gehörte.

Szydlo verteidigte unterdessen auch ihre Pläne zu einer "Repolonisierung" privater Medienhäuser, von denen einige in deutschem Besitz sind. "Wenn es um die Änderungen in den Medien geht, um ihre Entflechtung, so wollen wir Pluralismus einführen, der in Polen in diesem Moment faktisch nicht existiert", sagte die 54-Jährige. Kritiker werten die "Repolonisierung" als Versuch der PiS, ihren Einfluss auf die Berichterstattung weiter auszudehnen.

djo/cgn (afpe, dpa)