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Kultur

Systems 2003 mit vorsichtigem Optimismus

In München hat am Montag (20.10.2003) die "Systems" ihre Tore geöffnet, neben der Cebit die zweitgrößte Computermesse in Deutschland. Trotz sinkender Ausstellerzahlen weht Aufbruchstimmung durch die Messehallen.

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Der bayerische Staatssekretär Erwin Huber (r.) auf dem DW-Stand

In diesem Jahr sind nur 1300 Aussteller in München erschienen, 300 weniger als im Jahr zuvor. 3000 waren es zu Boomzeiten im Jahr 2000. Wer sich aber einen Überblick über Trends und Neuigkeiten aus der IT-Branche verschaffen will, ist auf der Münchner Systems bestens aufgehoben. Während der Besucher auf großen Messen wie der Cebit in Hannover schnell den Überblick verliert, findet er hier in einigen wenigen Messehallen alles, was den Informationstechnologie-Sektor (IT) derzeit bewegt. Wichtigstes Signal der Münchener Messe wird jedoch sein: Es geht wieder aufwärts.

"Trendwende geschafft"

Diesen Trend spürt auch der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, Bitkom. Zum Auftakt der Messe forderte die wichtigste Interessenvertretung der IT-Branche von den Politikern eine Innovationsoffensive, um den Aufschwung wirklich nutzen zu können. Im kommenden Jahr werde die IT-Branche erstmals seit drei Jahren um zwei Prozent wachsen, sagte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, bei der Eröffnung der Systems. Man habe "die Trendwende geschafft", urteilt er.

Damit ist die IT-Branche jedoch noch weit von den Wachstumsraten entfernt, die während des Booms die Unternehmen beflügelten. Und unter den derzeitigen gesellschaftspolitischen Bedingungen kann sich Rohleder auch nicht vorstellen, dass deutsche Firmen jemals wieder an eine solche Hochphase anknüpfen können. Da helfe auch der Reformeifer nichts, mit dem die Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder das Land für die Zukunft rüsten will: Denn nach seiner Meinung werde die Diskussion zu defensiv geführt. Man denke zu viel darüber nach, wie sich beispielsweise der Sozialstaat in seiner jetzigen Form erhalten ließe, statt eine radikale Wende einzuleiten und neue Richtungen einzuschlagen.

Fehlender Ingenieursnachwuchs

Der Branchenverband Bitkom fordert deshalb, die Bundesregierung müsse bei ihren derzeitigen Reformen auch die Innovationsfähigkeit der Unternehmen unterstützen. Dazu müsse man zum einen beim Nachwuchs anfangen, denn ohne talentierte Ingenieure und Nachwuchswissenschaftler verliere Deutschland den Anschluss an die internationalen Märkte. Schon in den kommenden Jahren fehlten rund 13.000 Elektrotechniker auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

In einigen Jahren, so der Wunsch des Bundesverbandes, könne Deutschland jedoch zum Innovationsstandort Nummer Eins werden. Notwendig dazu sei, dass alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte jetzt an einem Strang ziehen, um die notwendigen Veränderungen herbeizuführen. Doch in den Ohren Vieler klingen solche Worte mittlerweile mehr als abgedroschen. Zu oft waren sie in der Vergangenheit zu hören - und zu selten haben sie tatsächlich etwas bewirkt. Und auch für die Unternehmen auf der Münchener Messe werden die Forderungen von Bitkom erstmal wenig Neues bringen: Sie konzentrieren sich deswegen auf ihr eigentliches Geschäft. Und das heißt, auch weiterhin Kontakte knüpfen und das eigene Produkt verkaufen.

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