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Kultur

Syrisches Flüchtlingsschicksal im Museum

Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven zeigt nicht nur das Schicksal deutscher Emigranten. Jetzt kann man auch den entbehrungsreichen Weg einer Flüchtlingsfamilie von Syrien nach Deutschland hautnah miterleben.

Lebensgeschichten aus 15 verschiedenen Einwanderergruppen werden bereits in einer Dauerausstellung im Deutsche Auswandererhaus vorgestellt. Jetzt kommt eine weitere hinzu: die Lebensgeschichte der sechsköpfigen kurdischen Familie Koto, die im April 2014 aus Syrien fliehen musste. Gezeigt werden nicht nur Erinnerungsstücke. In Interviews werden die Menschen auch nach ihrem Leben, den Fluchtmotiven und Zukunftshoffnungen befragt. Auf diese Weise vermittelt das Migrationsmuseum persönliche und politische Hintergründe einer Flucht nach Deutschland.

Es sei an der Zeit, eine aktuelle Flüchtlingsgeschichte aufzunehmen, erklärt Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses. "Wir erzählen zum ersten Mal eine zeitgenössische, aktuelle Geschichte – eine Geschichte, deren Ausgang wir selber noch nicht kennen." Aktueller kann das Museum also kaum sein. Dabei soll die Dauerausstellung einen angstfreien Raum für gesellschaftliche Debatten schaffen, so der Anspruch Eicks.

Bewegende Geschichten von Aus-und Einwanderern

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2005 zeigt das Deutschen Auswandererhaus auf sehr plastische Art und Weise die bewegenden Familiengeschichten von deutschen Auswanderern, die in Übersee ihr Glück suchten: Abschied, Aufbruch, Überfahrt und Ankunft in einer neuen, unbekannten Welt. Ein Thema, für das sich seitdem mehr als zwei Million Besucher interessierten.

Ebenso interessant ist das Thema jedoch auch andersherum: Inzwischen werden in dem preisgekrönten Erlebnismuseum auch ereignisreiche Lebenswege von Menschen nachgezeichnet, die seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben. Auch hier geht es um Abschied und Aufbruch, um Hoffnung und zerbrochen Träume, um die Suche nach Glück und einer Zukunft in Frieden, Freiheit und materieller Sicherheit. So wird in dieser Dauerausstellung auch dem Weg eines Arbeitsmigranten nachgespürt, zu einer Zeit, als er noch "Gastarbeiter" genannt wurde - in den 1970er Jahren. Damals kamen vor allem Türken, Italiener und Griechen nach Deutschland, um der Arbeitslosigkeit oder den kargen Verdiensten in ihrer Heimat zu entkommen.

Die Einwanderungsgeschichte der kurdischen Familie Koto aus Syrien wird vermutlich nicht die letzte bleiben.

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