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Aktuell Nahost

Syrischer Konflikt auch im Libanon spürbar

Syrische Regierungstruppen sollen in einem Dorf mehrere Menschen getötet haben. Auch im Libanon gab es zwei Tote bei Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern des Assad-Regimes. Greift der Konflikt über?

Die Angst, der Syrienkonflikt könnte auf die Nachbarländer übergreifen, wächst. Im Libanon sind am Sonntag zwei Menschen bei Kämpfen zwischen libanesischen Anhängern und Gegnern des syrischen Alawitenregimes von Präsident Baschar Al-Assad getötet worden. Die libanesischen Streitkräfte mussten eingreifen, um die Lage wieder zu beruhigen, berichteten die Sicherheitsbehörden.

In der Hafenstadt Tripoli lieferten sich den Angaben zufolge Kämpfer aus dem Alawitenviertel Dschabal Mohsen Gefechte mit Kämpfern aus dem Sunnitenviertel Bab al-Tabbanih. Dabei seien Granatwerfer und Schusswaffen eingesetzt worden. Einer der Toten sei Opfer eines Heckenschützen geworden. Die Sunniten stellen in Syrien einen Großteil des Widerstands gegen Assad.

Neue Gewalt in Syrien

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Syrien-Konflikt: Kämpfe greifen auf Libanon über

Auch in Syrien selbst kam es am Sonntag wieder zu tödlichen Zwischenfällen. Der vom Syrien-Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, vor etwa einem Monat ausgehandelte Waffenstillstand wird immer wieder gebrochen. Regierungstruppen haben in einem Dorf im Nordwesten des Landes mindestens fünf Menschen getötet. Wie das in Großbritannien ansässige Observatorium für Menschenrechte am Sonntag mitteilte, zündeten die Soldaten in dem Dorf Al-Tamana, 55 Kilometer nördlich der Stadt Hama, Häuser an. Zuvor hätten die Bewohner gegen das Regime von Staatspräsident Baschar Assad protestiert.

Mindestens drei weitere Menschen seien in der Nähe der Hauptstadt Damaskus von Soldaten getötet worden, berichteten syrische Oppositionelle. Zwei der Opfer seien Zivilisten gewesen. Zudem sei ein Deserteur der Streitkräfte bei einem nächtlichen Feuergefecht zwischen Oppositionellen und Regierungstruppen erschossen worden. Die Angaben sind wegen der Beschränkungen für die Medien nur schwer zu überprüfen.

Mit Sanktionen Druck erhöhen

Die Europäische Union will am Montag Hilfen für den Einsatz der Vereinten Nationen in Syrien beschließen. Aller Voraussicht nach werden die 27 Außenminister auch die EU-Sanktionen gegen Syrien geringfügig verschärfen.

Seit Beginn des Aufstands in Syrien vor etwa 14 Monaten sollen UN-Angaben zufolge rund 9000 Menschen getötet worden sein.

nis/rv (dapd, rtr, dpa)

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