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Syrien

Syrische Truppen vertreiben IS aus Dair as-Saur

Die syrische Armee hat die letzte Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" eingenommen. Syrische Medien berichten, das Militär habe die Ölstadt Dair as-Saur zurückerobert.

Regierungssoldaten im April vor Deir al-Sur (picture-alliance/dpa/Sputnik/M. Voskresenskiy)

Regierungssoldaten im April vor Deir al-Sur

Das syrische Staatsfernsehen hat die vollständige Einnahme der Stadt Dair as-Saur durch die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad verkündet. Die Armee habe nach eigenen Angaben die "komplette Kontrolle" über die ostsyrische Stadt erlangt, berichtete das Staatsfernsehen an diesem Freitag. Die syrische Armee wird in ihrem Kampf gegen Aufständische von der russischen Luftwaffe sowie von schiitischen Milizen unterstützt. 

Bereits am Donnerstagabend hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärt, mit Unterstützung der russischen Luftwaffe sei die Stadt aus den Händen der IS zurückerobert worden. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz am Westufer des Euphrats war seit 2014 größtenteils in Händen des IS. Drei Jahre waren syrische Soldaten und nach UN-Schätzungen 93.000 Zivilisten in einigen Vierteln der Stadt vom IS eingeschlossen. 

Seit September haben die Armee und ihre Verbündeten von Westen her sowie die von den USA unterstützten Rebellengruppen vom Osten her die Extremistenmiliz in die Zange genommen. Den Angaben nach kontrolliert der IS noch rund 40 Prozent der gleichnamigen Provinz, die ein Zentrum der Erdölförderung in Syrien ist.

Der IS hat in den vergangenen Wochen weiter an Boden verloren. In Syrien ist er auf ein Gebiet am Euphrat und die umliegende Wüste zurückgedrängt. Im benachbarten Irak wurden die Islamisten bereits im Sommer aus ihrer Hochburg Mossul vertrieben.

Russisches Bodenpersonal macht Anfang Oktober auf einer Basis in Syrien einen SU-34-Jet gefechtsbereit (picture-alliance/AP Photo/A. Kots)

Russisches Bodenpersonal macht Anfang Oktober auf einer Basis in Syrien einen SU-34-Jet gefechtsbereit

Dabei kam es zu Massakern, wie ein neuer Bericht der Vereinten Nationen betont. Die IS-Extremisten hätten während der Schlacht um Mossul 741 Zivilisten exekutiert, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Donnerstag in Genf mit. Viele Opfer seien auf der Flucht erschossen worden. Der IS habe in Mossul eine Herrschaft des Schreckens errichtet, der niemand habe entkommen können. Das UN-Hochkommissariat erklärte zudem, dass bei Luftangriffen während der Schlacht 461 Zivilisten getötet worden seien. Insgesamt starben bei den monatelangen Kämpfen um Mossul mindestens 2521 Zivilisten. Zudem hätten Helfer knapp 1650 Tote unter dem Schutt Mossuls geborgen.

Russland fordert neue Untersuchung zu Giftgas-Einsatz

Unterdessen bekräftigte Russland seine Kritik an einem internationalen Bericht über den Einsatz von Giftgas in Syrien. Die Untersuchungen seien ausschließlich aus der Ferne erfolgt und nicht vor Ort, erklärte der Beauftragte für Rüstungskontrolle im Außenministerium, Michail Uljanow, in Moskau. "Das ist ein Skandal", sagte er. "Statt einer ernsthaften Untersuchung sehen wir eine Simulation." Russland wolle in Kürze einen Resolutionsentwurf zu dem Fall im UN-Sicherheitsrat vorlegen. Der Nachrichtenagentur AFP lag ein entsprechender Entwurf vor, der vom Ermittlerteam verlangt, seine Erkenntnisse zurückzunehmen, bis eine "umfassende und hochqualitative Ermittlung" vor Ort möglich werde.

Nach dem Chemiewaffenangriff werden in Chan Scheichtun Anfang April Proben genommen (Getty Images/AFP/O. Haj Kadour)

Nach dem Chemiewaffenangriff werden in Chan Scheichtun Anfang April Proben genommen

Vergangene Woche hatte der sogenannte Joint Investigative Mechanism (JIM) dem syrischen Militär einen Chemiewaffenangriff auf die Stadt Chan Scheichtun am 4. April mit mehr als 80 Toten vorgeworfen. JIM ist das gemeinsame Untersuchungsteam der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete mehrere Indizien aus dem Bericht als nicht aussagekräftig. Es hielt den Ermittlern vor, nicht auf die Möglichkeit einzugehen, dass damals eine selbstgebaute Bombe explodiert sei. Das Ministerium verwies dabei unter anderem auf die Analyse von Fotos. 

stu/wa (afp, dpa, rtr)