Syrische Rebellen lehnen Friedensgespräche in Sotschi ab | Aktuell Welt | DW | 26.12.2017
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Syrien-Krieg

Syrische Rebellen lehnen Friedensgespräche in Sotschi ab

Rund 40 syrische Rebellengruppen lehnen die von Russland angeregte Friedenskonferenz in Sotschi ab. Russland sei ein "Aggressorstaat, der Kriegsverbrechen gegen Syrer begangen" habe, erklärten sie.

Kämpfer in der Rebellen-Enklave Ost-Ghouta (Archivbild vom Juli) (Getty Images/AFP/A.Eassa)

Kämpfer in der Rebellen-Enklave Ost-Ghouta (Archivbild vom Juli)

Dutzende syrische Rebellengruppen haben einem Vorstoß für Friedensgespräche im russischen Sotschi eine Absage erteilt. Der geplante "Kongress des nationalen Dialogs" sei ein Versuch Russlands, die von den UN organisierten Friedensgespräche in Genf zu "umgehen", erklärten 40 Rebellengruppen. Alle Kräfte müssten sich "geschlossen" gegen solche "alarmierende Gefahren" stellen.

Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören auch die Vertreter von Milizen, die an früheren Runden der Friedensgespräche unter Leitung der UN in Genf teilnahmen. "Russland ist ein Aggressorstaat, der Kriegsverbrechen gegen Syrer begangen hat", heißt es in der Erklärung. 

Mit den Treffen in Astana, hier ein Treffen am 22. Dezember, hat Russland bereits an den UN vorbei Gespräche etabliert (Getty Images/AFP/S. Filipov)

Mit den Treffen in Astana, hier am 22. Dezember, hat Russland bereits an den UN vorbei Gespräche etabliert

Ein Vertreter der Mutassem-Brigaden sagte der Nachrichtenagentur AFP, Russland könne in dem Konflikt nicht als "neutraler, fairer und ehrlicher" Vermittler angesehen werden. Moskau sei "an der Tötung des syrischen Volkes" beteiligt.

Russland, die Türkei und der Iran hatten am Freitag angekündigt, am 29. und 30. Januar in Sotschi Friedensgespräche "unter Beteiligung aller Gruppen der syrischen Gesellschaft" organisieren zu wollen. Die syrische Regierung sagte rasch eine Teilnahme zu. Russland und der Iran unterstützen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, die Türkei steht auf der Seite von Rebellengruppen.

Die drei Länder dienen als Garantiemächte von Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana, mit denen eine Deeskalation des Konflikts erreicht werden soll. Diese Verhandlungen verlaufen parallel zu den von den UN organisierten Friedensgesprächen in Genf, die seit Jahren keine Fortschritte machen.

Die Regierung in Moskau hat Syriens Präsident Assad mit ihrer militärischen Unterstützung an der Macht gehalten. Nach Angaben von Aufständischen wurden in dem Bürgerkrieg bei willkürlichen russischen Luftangriffen abseits der Front Hunderte von Zivilisten getötet. Russland hat stets betont, nur feindliche Kämpfer anzugreifen.

stu/jj (afp, rtr)