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Aktuell Nahost

Syrische Opposition: Erneut Massaker der Assad-Truppen

Diesmal traf es Dschdaidet al-Fadl: Bei der Eroberung der Stadt sollen regimetreue Soldaten Bewohner nicht nur durch Gewehrfeuer und Bomben getötet haben. Vielmehr wird auch von Massenhinrichtungen berichtet.

In der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus haben die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad nach Angaben oppositionsnaher Aktivisten zahlreiche Menschen getötet. Einige der Leichen, die nach dem Sturm auf die Stadt Dschdaidet al-Fadl gefunden worden seien, hätten schwere Verstümmelungen aufgewiesen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Innerhalb der vergangenen fünf Tage seien mindestens 80 Menschen in der Stadt durch Bomben, Kämpfe und Massenhinrichtungen getötet worden, darunter zahlreiche Rebellen. Die Regierungstruppen hätten die vollständige Kontrolle über die Stadt erlangt.

Leichen mit verstümmelten Gesichtern

Andere Aktivisten sprachen sogar von einem Massaker mit rund 250 Toten, die meist aus kürzester Entfernung erschossen worden seien.Darunter seien auch Frauen und Kinder. Für diese Zahl gab es von Seiten der Menschenrechtsbeobachter zunächst aber keine Bestätigung. Die genaue Zahl der Opfer sei derzeit schwer zu ermitteln, sagte der Vorsitzende der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Seine Einrichtung veröffentlichte Videoaufnahmen aus Dschdaidet al-Fadl, auf denen blutüberströmte Leichen zu sehen sind, die auf dem Boden liegen. Einige der Toten haben verstümmelte Gesichter.

Dschdaidet al-Fadl liegt südwestlich von Damaskus in einer Gegend, in der Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen leben. Eine Aktivistin in der Stadt berichtete im Internet, die Kommunikationsverbindungen sowie die Wasser- und Stromversorgung seien unterbrochen. Rahman forderte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf, eine Delegation nach Dschaidet al-Fadl zu entsenden, um die Vorfälle zu untersuchen.

EU will Syrien-Sanktionen für Opposition lockern

Die Außenminister der 27 EU-Staaten wollen am Montag die Sanktionen gegen Syrien lockern. An den Maßnahmen gegen das Assad-Regime ändert sich dadurch nichts. Das EU-Ölembargo wird aber künftig nicht mehr für die Rebellenkoalition gelten. Im Herrschaftsbereich der Opposition werden auch Investitionen in die Ölförderung sowie die Lieferung von Geräten und Technologie erlaubt. Damit soll verhindert werden, dass die Zivilbevölkerung unter einem gegen Assad gerichteten EU-Ölembargo leidet.

Strittig dürfte bei dem Ministertreffen in Luxemburg das Thema Waffenlieferungen an die Aufständischen bleiben. Frankreich und Großbritannien sind für solche Lieferungen, die anderen EU-Staaten - darunter auch Deutschland - dagegen.

sti/wl (afp, dpa, rtr)

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