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Aktuell Nahost

Syriens Opposition wirft Regierung Blutbad vor

Syrische Oppositionelle berichten von einem neuen Blutbad. In Daraja sollen mehr als 200 Menschen getötet worden sein. Präsident Assad demonstriert weiterhin Entschlossenheit im Kampf gegen die Regierungsgegner.

Mehr als 200 Menschen sollen bei einem neuen Massaker in Syrien getötet worden sein. Ihre Leichen wurden in Daraja, einem Vorort von Damaskus, gefunden, den die Regierungstruppen eingenommen haben. Das berichteten mehrere Organisationen der Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad übereinstimmend. Unter den Toten seien Frauen und Kinder. Eine Überprüfung der Angaben aus Syrien ist nicht möglich, da unabhängige Medien kaum Zugang haben.

Immer mehr Massaker

Nach Angaben von Oppositionellen wurden die Menschen durch Gewehrschüsse getötet. Die Örtlichen Koordinierungskomitees, die den Widerstand gegen Assad im Land organisieren, berichteten sogar von mehr als 630 Toten in Daraja und machten Regierungstruppen dafür verantwortlich. Der regimetreue Fernsehsender Al-Dunja, schickte eine Reporterin in den Ort, die dort Schwerverletzte und traumatisierte Kinder interviewte. Außerdem zeigte der Sender Videoaufnahmen von Leichen, die in Autos, auf dem Friedhof oder vor Wohnhäusern liegen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete: "Unsere heldenhaften Streitkräfte haben Daraja von den Resten der bewaffneten Terror-Gruppen gesäubert". Diese hätten "Verbrechen gegen die Söhne der Stadt begangen und ihnen Furcht eingejagt" sowie Sabotage begangen und öffentliches und privates Eigentum zerstört.

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Neue Massaker in Syrien

Je heftiger die Kämpfe in Syrien werden, desto schlimmer werden auch die Massaker an der Zivilbevölkerung. Im Mai waren bei einem Blutbad in dem Ort Al-Hula mehr als 100 Zivilisten gestorben. Auch für dieses Massaker wurden regierungstreue Soldaten verantwortlich gemacht. Mitte Juli sorgten Berichte über ein weiteres Massaker in einem Dorf für Entsetzen. Nach Oppositionsangaben sollen nahe der Stadt Hama bis zu 250 Menschen von Regimetruppen getötet worden sein.

Assad gibt nicht auf

Auf der anderen Seite zeigt auch die Armee Assads Auflösungserscheinungen. Erstmals soll sich ein Kommandeur abgesetzt haben, der größere Kampfverbände befehligt hatte. Jordanische Medien meldeten, General Mohammed Mussa al-Chairat habe zusammen mit weiteren Offizieren die Grenze überquert. Spekulationen der Opposition, wonach sich Vizepräsident Faruk al-Scharaa von Assad abgewandt und nach Jordanien abgesetzt haben soll, stellten sich derweil als falsch heraus. Al-Scharaa erschien in Damaskus zu einem Treffen mit einem iranischen Funktionär. Videoaufnahmen des Treffens wurden von dem arabischsprachigen iranischen TV-Sender Al-Alam ausgestrahlt.

Derweil hat Präsident Assad erneut seine Entschlossenheit im Kampf gegen die Regierungsgegner demonstriert. Seine Regierung werde "um jeden Preis" das gegen sein Land geführte "ausländische Komplott" bezwingen, zitierte die Nachrichtenagentur Sana Assad. "Das syrische Volk wird nicht zulassen, dass es dem Komplott gelingen wird, seine Ziele zu erreichen." Syrien werde seine "Strategie des Widerstands" fortsetzen.

Assad sieht sich seit nunmehr 17 Monaten einem blutigen Aufstand gegen seine Regierung gegenüber. Nach Angaben von regierungsunabhängigen Organisationen wurden in dem Konflikt bislang etwa 25.000 Menschen getötet.

pg/wl (dpa, dapd, afp, rtr)

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