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Welt

Syriens Opposition fordert UN-Unterstützung

Der syrische Oppositionsführer Burhan Ghanliun hat die Arabische Liga aufgefordert, stärker auf die Hilfe der Vereinten Nationen zu setzen. Das Blutvergießen müsse beendet werden - doch die Gewalt hält weiter an.

Burhan Ghaliun, syrischer Oppositionsführer (Foto: dapd)

Ghanliun will größere Hilfe der internationalen Gemeinschaft

Es ist ein Appell an die Vereinten Nationen und die Arabische Liga, deren Beobachtermission in Syrien offiziell am Montag (26.12.2011) beginnt. "Die barbarischen Massaker müssen sofort aufhören", erklärte Burhan Ghanliun, Syriens Oppositionsführer, am Sonntag. Um dieses Ziel zu erreichen, rief er die Arabische Liga in einer Rede im Fernsehen dazu auf, den Weltsicherheitsrat in ihre Bemühungen einzubinden. Nur so könnten die Erfolgsaussichten erhöht werden und das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad dazu gezwungen werden, seinen Pflichten nachzukommen. Die Vereinten Nationen (UN) sollten zudem, "alle möglichen Mittel anwenden, um den Tragödien der Menschen in Syrien ein Ende zu setzen".

Mehr Einsatz gefordert

Demonstranten in der syrischen Stadt Homs bitten die UN auf Plakaten um Hilfe (Foto: dapd)

Hilferuf der syrischen Demonstranten

Die Arabische Liga hat bereits eine erste Gruppe von rund 50 Beobachtern nach Syrien entsandt. Insgesamt sollen während der Mission zwischen 150 und 200 Experten eingesetzt werden. Sie ist Teil eines Plans, der auch den Rückzug der syrischen Sicherheitskräfte aus zahlreichen Protesthochburgen vorsieht.

Doch aus Sicht der Opposition in Syrien reicht dies nicht aus, zudem halte sich das Assad-Regime nicht an die Vereinbarungen. Die Arabische Liga sei allein nicht in der Lage, die Gewalt zu beenden. Der aus 22 Ländern bestehende Staatenbund hatte zuvor ebenfalls damit gedroht, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten, sollte das syrische Regime die Gewalt gegen das Volk nicht beenden.

Gewalt hält an

Menschen stehen neben zerstörten Autos nach der Explosion einer Bombe in Syriens Hauptstadt Damaskus (Foto: dapd)

Anschlag in Damaskus am Freitag

Auch am Sonntag sollen Regierungstruppen wieder einige Städte unter Beschuss genommen haben. In Dschuraithi, im Dorf Kurije und in Teilen der Stadt Homs, der Hochburg der Proteste, sollen mehrere Menschen getötet worden sein, wie das Syrische Observatorium für Menschenrechte mit Sitz in London und das Örtliche Koordinationskomitee berichten. Allein in Homs sollen bei den Zusammenstößen 124 Menschen verletzt worden sein. Die zentralsyrische Stadt werde von ungefähr 4000 Soldaten belagert, gab der syrische Nationalrat bekannt, der als wichtigste Oppositionsbewegung im Land gilt.

Erst am Freitag waren in der Hauptstadt Damaskus bei einer Explosion zweier Autobomben vor Gebäuden der syrischen Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana 44 Menschen getötet und weitere 166 verletzt worden. Die syrische Regierung vermutet, dass das Terrornetzwerk Al Kaida dahinter steckt.

Nach UN-Schätzungen sind seit dem Ausbruch der Proteste gegen das Assad-Regime im März mehr als 5000 Menschen getötet worden.

Autorin: Nicole Scherschun (dpa, afp, dapd)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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