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Aktuell Nahost

Syriens Nachbarländer brauchen Unterstützung

Es fehlt an Wasser, Lebensmitteln und Medizin. Syriens Nachbarn ächzen unter dem Strom von Flüchtlingen. UN-Hilfsorganisationen fordern bei der Geberkonferenz Geld, um den Notleidenden zu helfen.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind mehr als vier Millionen Menschen auf der Flucht. Die Notlage für die Syrer innerhalb und außerhalb des Landes spitzt sich immer weiter zu. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, fordert auf einer eintägigen Syrien-Geberkonferenz in Kuwait-Stadt die internationale Gemeinschaft zu mehr Hilfe für die Millionen Opfer des Bürgerkriegs auf. Zu der Geberkonferenz hatte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, eingeladen. Rund 80 Staaten, vier regionale Organisationen sowie rund 20 Nichtregierungsorganisationen beraten darüber, wie betroffene Regionen unterstützt werden könnten.

Mehr als acht Milliarden Dollar fehlen

Die Hilfswerke hätten nicht genügend Geld, um die mehr als 3,9 Millionen Flüchtlinge außerhalb Syriens und die Millionen bedürftigen Menschen in dem umkämpften Land zu versorgen, erklärt Guterres. Mehr als ein Drittel der Flüchtlinge in der Region leben ihm zufolge in ungenügend ausgestatteten Behausungen, für rund 600.000 Flüchtlingskinder könne kein Schulunterricht organisiert werden. Auch die Gesundheitsversorgung für die Vertriebenen sei mangelhaft. Die Vereinten Nationen bezifferten die Kosten nötiger Hilfsmaßnahmen für Konfliktopfer in Syrien auf 2,9 Milliarden Dollar, die Hilfen für Flüchtlinge in den Anrainerstaaten Libanon, Türkei, Jordanien, Irak und Ägypten auf weitere 5,5 Milliarden Dollar.

Kleine Nachbarländer besonders betroffen

Der Libanon hat in Kuwait um eine Milliarde US-Dollar gebeten, um die Versorgung syrischer Flüchtlinge bewältigen zu können. Nur eine solche Finanzhilfe könne "die Konsequenzen für die libanesische Bevölkerung lindern", sagte Ministerpräsident Tammam Salam laut libanesischen Medien. Den im Golfstaat Kuwait versammelten Staats- und Regierungschefs legte Salam einen Hilfsplan vor, der Entwicklungsprojekte für Wasserversorgung, Energie, Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft und Verkehr umfasst. Die Maßnahmen sollen den Angaben zufolge 2015 bis 2016 umgesetzt werden.

Unterstützung durch die Bundesregierung

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller in einem syrischen Flüchtlingslager im Libanon (Foto: picture-alliance/dpa/U. Grabowsky)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei dem Besuch eines UNHCR-Flüchtlingslagers

Unterdessen kündigten das Bundesentwicklungsministerium und das Auswärtige Amt an, bei der Syrien-Geberkonferenz Hilfen von 255 Millionen Euro zuzusagen. Damit unterstütze Deutschland vor allem Jordanien und den Libanon, aber auch Gemeinden im syrisch-türkischen Grenzgebiet. "Es ist unsere Verantwortung, die Menschen nicht allein zu lassen, die nun schon im fünften Jahr unter den Folgen des grausamen Syrienkonfliktes leiden", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Warnung vor einer verlorenen Generation

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children appellierte an alle Beteiligten, die Hilfe für Kinder in den Fokus zu rücken. "Die Weltgemeinschaft darf die syrischen Kinder nicht allein lassen, damit diese Generation nicht zu einer verlorenen Generation wird", forderte die Geschäftsführerin der Kinderhilfsorganisation in Deutschland, Kathrin Wieland.

Nach einem aktuellen Bericht der Kinderrechtsorganisation besuchen die Hälfte aller syrischen Flüchtlingskinder in den Nachbarländern und drei Millionen Kinder in Syrien keine Schule mehr. Nur noch knapp 50 Prozent der Kinder erhielten eine Grundschulbildung. In Gegenden wie Aleppo seien es nur etwa sechs Prozent. Während die Alphabetisierungsrate in Syrien vor Ausbruch des Konflikts bei 95 Prozent gelegen habe, sei die Einschulungsrate inzwischen eine der niedrigsten weltweit, so das Ergebnis der Untersuchungen von Save the Children.

In Syrien kämpfen dass Assad-Regime, Rebellengruppen und Terrormilizen wie der "Islamische Staat" um die Macht. Dabei setzen die Konfliktparteien das Aushungern ganzer Orte bewusst als Waffe ein. Seit Beginn des Konflikts im März 2011 wurden mehr als 220.000 Menschen getötet.

pab/sp (dpa, kna, epd)

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