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Aktuell Nahost

Syriens Exilopposition mit neuem Chef

Der Syrische Nationalrat hat in Doha einen neuen Vorsitzenden gewählt: den Christen George Sabra. Er forderte sogleich Waffen im Kampf gegen Syriens Präsidenten Assad. Jetzt sucht das Oppositionsbündnis nach Einheit.

"Wir wollen Waffen!" Diesen Satz äußerte der neue Kopf des vor allem aus dem Exil operierenden oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC) nach seiner Wahl in Doha gleich dreimal. Seit vergangenem Sonntag beraten Vertreter verschiedener syrischer Oppositionsgruppen, um im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu einer gemeinsamen Position zu gelangen. Ein Schritt in diese Richtung sollte die Wahl eines Exekutivkomitees sein, das aus seinen Reihen den Vorsitzenden gewählt hat.

Der Syrische Nationalrat ist ein Oppositionsbündnis und hat seinen Sitz in Istanbul. Er wurde am 23. August 2011 im Zuge des syrischen Bürgerkriegs gegründet. Doch in den vergangenen Monaten wurde immer häufiger die Kritik laut, dass er im Kampf gegen Assad ineffektiv und zudem durch personelle Querelen zerrissen sei.

Aufstellung zur Nachfolge Assads

Nach der Wahl Sabras kündigte der SNC an, am Samstag die Gespräche mit anderen syrischen Oppositionsgruppen aufzunehmen, darunter auch mit den Rebellengruppen, die innerhalb Syriens operieren. Damit sucht der SNC die bislang verwehrte internationale Anerkennung als zukünftige Übergangsregierung nach dem Ende des Assad-Regimes.

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Syriens Opposition ringt um Einigkeit

Das Emirat Katar und die USA hatten die oppositionellen Kräfte Syriens zuletzt immer wieder aufgefordert, sich unter einem Dach zu organisieren. Die westlichen Staaten und Syriens Nachbarn fürchten einen immer stärker werdenden Einfluss von islamistischen Gruppen wie Al-Kaida auf die Rebellen in Syrien.

Muslime wählen Christen

Sabra folgt im Amt dem scheidenden SNC-Vorsitzenden Abdulbaset Sieda, ein in Schweden lebender Kurde. Sein Stellvertreter ist Mohammed Faruk Taifur, ein Mitglied der Muslimbruderschaft. Sie gilt als führende Kraft im SNC. Sabra sagte, die Wahl zeige, dass innerhalb des SNC kein Sektierertum herrsche. "Die Mitglieder sind Moslems und wählten einen Christen."

Der 65-jährige Sabra ist Geografielehrer und lebte bis zu seiner Flucht aus Syrien im vergangenen Jahr in Damaskus. Er gehörte zu den ersten Demonstranten, die gegen Assad auf die Straße gingen.

fab/ml (rtre,afpe)

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