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Aktuell Nahost

Syrien sucht Hilfe im Iran

Moskau und Washington drängen Syriens Regime und Opposition zu Verhandlungen. Zwar sind beide Lager dazu im Grundsatz bereit. Aber Syriens Präsident Assad will nicht weichen und setzt auf die Unterstützung des Iran.

Je mehr sich die Positionen der USA und Russlands im Syrienkrieg annähern, desto mehr gerät Präsident Baschar al-Assad politisch in die Defensive. Deshalb sandte der syrische Machthaber seinen Außenminister Walid al-Muallim in den Iran, denn das Land ist der letzte enge Verbündete Syriens in der Region.

"Teheran lässt Damaskus nicht im Stich"

Irans Außenminister Ali-Akbar Salehi versicherte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz (siehe Artikelbild) , sein Land werde Präsident Assad und seine Regierung weiter unterstützen. Er bekräftigte, Assad sei der rechtmäßige Präsident bis zu den nächsten Wahlen im Jahr 2014. Auch der Iran befürworte ein Ende des Blutvergießens in Syrien, aber die Regierung Assads habe keine andere Wahl, als weiter gegen die "Terroristen" vorzugehen. Teheran werde Damaskus nicht im Stich lassen. Zugleich erklärte Salehi seine Unterstützung für einen Aufruf der Regierung in Damaskus an die bewaffnete Opposition, Verhandlungen aufzunehmen. Dies sei ein "positiver Schritt". Der Iran glaube daran, dass es für die Krise keine militärische Lösung gebe, sagte Salehi.

Syriens Außenminister Al-Muallim verurteilte die Ankündigung von US-Außenminister John Kerry, die Opposition mit 60 Millionen Dollar für Ausrüstung zu unterstützen.

US-Außenminister John Kerry (Mitte) sitzt zwischen Italiens Außenminister Giulio Terzi (rechts) und dem britischen Außenminister William Hague bei der Konferenz in Rom (Foto: rtr)

US-Außenminister Kerry (Mitte) hatte auf der Konferenz in Rom der syrischen Opposition Hilfe zugesagt

Bei einer Konferenz in Rom hatten die USA am Donnerstag den Rebellen erstmals direkte Hilfe zugesagt. Laut US-Medien sollen zwar keine Angriffswaffen, aber Kampfausrüstung wie etwa Fahrzeuge, Kommunikations- und Nachtsichtgeräte bereitgestellt werden.

US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin hatten daraufhin am Freitag am Telefon über den Bürgerkrieg in Syrien gesprochen. Sie betonten die Notwendigkeit eines politischen Übergangs, um die Gewalt so schnell wie möglich zu beenden, wie das Weiße Haus mitteilte.

Weitere Gefechte im Land

Unterdessen soll die irakische Armee syrische Soldaten bei einem Gefecht gegen Rebellen an der Grenze unterstützt haben. Aktivisten berichteten, der von den Rebellen eingenommene Grenzübergang Jarubija sei aus einem Hubschrauber der irakischen Luftwaffe heraus mit Maschinengewehren beschossen worden. Dabei seien 14 Rebellen verletzt worden. Zuvor sollen bereits Mörsergranaten vom Irak aus auf syrisches Territorium abgefeuert worden. Einige syrische Soldaten hätten Zuflucht im Irak gesucht, hieß es. Die Regierung in Bagdad sympathisiert mit dem Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Video ansehen 01:26

Syrien: Armee attackiert Aufständische

Der syrischen Armee gelang es zudem, Rebellen aus mehreren Dörfern zu vertreiben und damit die Route für den Nachschub der Truppen in der Provinz Aleppo zu öffnen. Die Opposition berichtete von zahlreichen Opfern unter den Rebellen in Aleppo, die auch aus der Luft bombardiert worden seien. Sie hätten ihrerseits einen Hubschrauber abgeschossen, hieß es.

Im Norden Syriens sind bei schweren Kämpfen zwischen Soldaten und Rebellen nach Angaben von Aktivisten zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Rebellen hätten sich in Raka, etwa 550 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Damaskus und nahe der türkischen Grenze, Gefechte mit Regierungstruppen geliefert, erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es seien Explosionen in der Stadt zu hören, mehrere Rauchsäulen stünden über Raka, hieß es weiter. Die Angaben der Beobachtungsstelle waren zunächst nicht von unabhängiger Seite überprüfbar.

Die Protestbewegung gegen Assad hatte vor knapp zwei Jahren begonnen und sich zu einem blutigen Bürgerkrieg ausgeweitet. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bislang rund 70.000 Menschen getötet.

as/kis (dpa, rtr, afp, ap)

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