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Aktuell Nahost

Syrien sperrt Zugang zum Internet

In Syrien spitzt sich die Lage wieder zu. Armee und Rebellen kämpften um die Zufahrt zum Flughafen von Damaskus. Gleichzeitig fiel in weiten Teilen des Landes das Internet aus.

Syrien ist ohne Internet. Wie zwei US-Unternehmen, die auf die Beobachtung des weltweiten Netzes spezialisiert sind, mitteilten, gibt es in weiten Landesteilen Syriens keinen Zugang zum Internet mehr. Auch Verbindungen über Handy und Festnetz seien unterbrochen. Die US-Technologiefirma Akamai berichtete, der Internetverkehr in Syrien sei um 11.27 Uhr MEZ zum Stillstand gekommen.

Das Unternehmen Renesys berichtete, alle 84 IP-Adressblöcke Syriens seien nicht mehr erreichbar. Das Land sei "effektiv ohne Internet". Aufständische vor Ort bestätigten die Angaben. Ein Oppositioneller berichtete der Nachrichtenagentur AFP, nur noch Satellitenverbindungen würden funktionieren.

Kämpfe am Flughafen

Unterdessen wurde um den Flughafen der Hauptstadt Damaskus gekämpft. Die Zufahrt aus der Stadt zum Flughafen wurde gesperrt. Erst am Abend hieß es im Staatsfernsehen, die Straße sei von der Armee "gesichert" worden.

Bei den Kämpfen wurden zwei UN-Soldaten aus Österreich angeschossen, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Sie gehörten zu UN-Mission, die auf den Golan-Höhen den Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel überwacht, und wollten über Damaskus nach Wien zurückfliegen, als ihr Konvoi beschossen wurde.

Brahimi für neue Beobachtermission

In anderen Landesteilen hat die Armee nach Angaben von Oppositionellen wieder Stellungen der Rebellen angegriffen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London meldete, ein Kampfjet habe zwei Bomben über der umkämpften Metropole Aleppo abgeworfen. Dabei seien mindestens 15 Menschen getötet worden. Auch aus der nordwestlichen Provinz Idlib, aus Deir Essor im Osten und Homs im Zentrum des Landes wurden Kämpfe gemeldet.

UN-Sondervermittler Lakhdar Brahimi drängte den UN-Sicherheitsrat, eine neue Beobachtermission nach Syrien zu schicken. "Das Wichtigste ist jetzt ein Waffenstillstand, der wirklich hält. Aber er hält nur, wenn er sehr, sehr streng überwacht wird", sagte er nach einer Unterrichtung des Sicherheitsrates in New York.

det/qu (afp, dpa, rtr)

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