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Politik

Syrien - auf der Achse des Bösen

Das Regime in Damaskus ist seit Jahren im Visier der USA. Doch warum ist das Land außenpolitisch isoliert? Und wer hat die Macht in dem Land, das in der arabischen Welt als Vorzeigenation verstanden wird?

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Syrischer Soldat an der Grenze zum Irak

Neben dem Iran ist Syrien das Hauptziel US-amerikanischer Verbalattacken. Es gehöre zur "Achse des Bösen", verlautete es schon 2002 aus dem Weißen Haus und in ihrer Grundsatzrede in Paris erneuerte US-Außenministerin Condoleezza Rice die amerikanische Auffassung, Syrien unterstütze den internationalen Terrorismus. Doch was geht wirklich vor in dem Land, wer hat die Macht und wie reagieren die Syrer und die arabische Welt auf die Angriffe des Westens? DW-WORLD gibt Antworten.

Uralte Traditionen

Omayaden-Moschee in Damaskus in Syrien

Ummaiyaden-Moschee in der Altstadt von Damaskus

Syrien gilt in der arabischen Welt als Musterbeispiel multikulturellen Zusammenlebens. In keinem anderen Land der Region gibt es einen ähnlichen Mix unterschiedlicher Religions- und Volksgruppen, die in erstaunlicher Harmonie miteinander leben. Denn jede Großmacht, die in den vergangenen 5000 Jahren im Mittelmeer herrschte, hat hier ihre Spuren hinterlassen, angefangen von den Assyrern, den Phöniziern und Römern, hin zu den Arabern, den europäischen Kreuzrittern bis zu den Türken. Sie alle zogen auf ihren Eroberungszügen durch das Land der Levante, wovon eindrucksvoll Burgen, Moscheen und antike Tempel zeugen. Und in dieser Tradition sehen sich die Syrer als arabisches Führungsland, dem wie selbstverständlich eine Leitrolle unter den arabischen Staaten zukommt. Auch andere arabische Länder betrachten Syrien als hochkultiviertes und traditionsreiches Land, mithin als eine arabische Vorzeigenation.

Syrische Sonderrolle

Dabei spielt es in vielen Dingen eine Sonderrolle. Syrien unterscheidet sich in vielem vom Rest der arabischen Welt. Angefangen bei der Sprache, die ein besonders starker Dialekt des Arabischen ist, über die religiöse Zusammensetzung – knapp 10 Prozent der Bevölkerung sind Christen –, hin zu dem Landschaftsbild, das häufig eher der Toskana ähnelt als einem arabischen Wüstenstaat. Doch auch wenn christlichen Politikern Ministerposten eingeräumt werden, und in den Straßen Damaskus' häufig Kurdisch und Armenisch gesprochen wird, an der Bekennung zur arabischen Nation gibt es keinen Zweifel, das verheißt schon der offizielle Staatsname: Syrisch-Arabische Republik.

Konservative Staatsführung

Der syrische Präsident Baschar el Assad

Baschar Al-Assad auf dem Balkon seines Palastes

So liberal das gesellschaftliche Leben in Syrien zugeht, so konservativ gibt sich die Staatsführung. Sie vertritt in vielen Punkten die extremste Linie der arabischen Welt und sieht sich als Sprachrohr panarabischer Großreichfanatiker. Zusammen mit einem Militarismus, der in den vergangenen Jahrzehnten zu mehreren Kriegen führte, ruft das natürlich die besondere Wachsamkeit Washingtons auf den Plan, das Syrien als Hauptunruhestifter der Region betrachtet. Besonders verhasst war den USA Hafiz al-Assad, der Vater des jetzigen Präsidenten, der von 1971 bis 2000 regierte. Er hatte das Land dem ehemaligen Ostblock angenähert und es weitgehend isoliert. Unter seiner Herrschaft sollen radikale Gruppen in Damaskus Unterschlupf gefunden haben, sagt Washington. Nach seinem Tod folgte ihm Sohn Baschar auf den Präsidentensessel. Westliche Politiker hofften auf eine Öffnung des Landes.

Lesen Sie weiter: Hat sich Syriens Politik nach Hafiz al-Assad verändert?

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