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Wirtschaft

Synergien für Europa

Obwohl schon 1989 gegründet, ist sie wenig bekannt: die "Central European Initiative". Ihr Treffen hat am Mittwoch begonnen.

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Triester Rathaus

Erst kommt die Wirtschaft, dann die Politik. Bevor am Wochenende im italienischen Triest Staats- und Regierungschefs aus 17 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas zusammentreffen, haben Wirtschaftsminister, Internationale Finanz-Organisationen, Geschäftsleute und Bankiers das Wort. Über 1200 Teilnehmer aus so unterschiedlichen Staaten wie etwa Weissrussland und Slowenien, Italien und Ukraine informieren sich in unterschiedlichsten Foren über Möglichkeiten verbesserter Zusammenarbeit. Beim Treffen im Rahmen der sogenannten "Central European Initiative" (CEI), das am Mittwoch (21.11.2001) beginnt, steht die wirtschaftliche Überwindung von Grenzen ganz oben auf dem Programm.

Keine Demonstrationen erwartet

Obwohl der Begriff "Globalisierung" also auch in Triest zu hören sein wird, erwarten die Organisatoren keine Proteste gegen diesen in die Kritik geratenen Prozess: "Zusammen wachsen ... zusammen arbeiten", das ist das diesjährige Motto. Es gebe keine führenden Länder innerhalb der Initiative, so die Veranstalter. Die Staaten nähmen teil, weil sie Möglichkeiten und Erfolge sehen, die nur durch die Zusammenarbeit entstehen, "Synergien" zwischen sich entwickelnden Staaten. Eine Thematik, die sich auch der Stabilitätspakt für Südosteuropa weit oben auf die Agenda geschrieben hat: interregionale und grenzüberschreitende Kooperation.

Grenzen überwinden

Der Italiener Vincenze Calogero, Cheforganisator der CEI, hat zum Businessforum daher "Euro-Regionen" eingeladen. Euro-Regionen, sagt Calogero, sind jene grenzüberschreitende Gemeinschaften, die Gemeinsamkeiten in ihrer Sprache, Kultur, Tradition und Geschichte haben, aber irgendwann durch Staatsgrenzen getrennt wurden. Nun hätten lokale Kommitees, organisatorische Strukturen und Projekte gegründet, um Handel und Wandel zu erleichtern, auch wenn sie formal weiterhin durch eine Grenze getrennt sind. So könnten etwa Vertreter von "Euro-Regionen" aus Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien in Triest untereinander Erfahrungen auszutauschen und anderen Gebieten mit vergleichbaren Gemeinsamkeiten wirtschaftliche Vorteile grenzüberschreitender Kooperationen demonstrieren.

17 Staaten arbeiten zusammen

Flexible und pragmatische Zusammenarbeit, das war von Anfang an das Motto der Central European Inititive. Kurz nach der großen politischen Wende wurde sie im November 1989 in Budapest von den Außenministern Österreichs, Ungarn, Italiens und des damaligen Jugoslawien gegründet. Im Jahr darauf kam die ehemalige Tschechoslowakei dazu, 1991 Polen und seit 1996 sind auch Albanien, Weißrussland, Bulgarien, Rumänien und die Ukraine Mitglieder. Auf der aktuellen Teilnehmerliste stehen zudem Bosnien-Herzegownina, Kroatien, Mazedonien, Moldawien und Slowenien.

Einmal im Jahr treffen sich die Regierungschefs, zwei Mal jährlich kommen die Außenminister zusammen. Jeweilige Ressortminister konferieren nach Bedarf, um über spezifische Themen, wie beispielsweise von Kooperationen im Umweltschutz, zu beraten.

Networking großgeschrieben

Großgeschrieben wird bei dem Treffen die Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft. "Das CEI-Forum will es Ihnen erleichtern, Käufer für ihre Waren und Dienstleistungen zu suchen, sie bei der Entwicklung ihrer Geschäftsideen zu unterstützen oder Partner für das von ihnen geplante Gemeinschaftsunternehmen zu finden", heißt es im Prospekt: Unternehmerisches Net-Working kann es beispielsweise Mittelständlern erleichtern, sich an Riesenausschreibungen aus öffentlichen Mitteln geförderter Projekte zu betiligen.

Deutschland: Fehlanzeige

Deutsche Unternehmer sind bei dem Treffen in Triest allerdings kaum anzutreffen. Die Organisatoren vermissen die Deutschen und führen ihre Abwesenheit vor allem darauf zurück, dass sie ohnehin schon wirtschaftliche stark in Mittelost- und Südosteuropa engagiert seien.

  • Datum 21.11.2001
  • Autorin/Autor Thomas Kirschning
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OP5
  • Datum 21.11.2001
  • Autorin/Autor Thomas Kirschning
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