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Sport

Synchronschwimmen

Synchronschwimmen - Die einzige Sportart weltweit, die dank Hollywood der Durchbruch erlang.

Piktogramm für das Synchronschwimmen bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Reigenschwimmen, Bilderlegen oder Wasserballett – Synchronschwimmen gibt es unter unterschiedlichen Namen schon seit der Antike. Dabei schwimmt eine, meist aber eine Gruppe von zwei bis acht Personen im und unter Wasser gleichzeitig zur Musik. „Es ist eine Art Tanz im Wasser, was sehr anstrengend ist, weil man zwischendurch die Luft anhalte muss“, erklärt Iris Zepperfeld, die zum Nationalkader der deutschen Schwimmer gehört. Zudem beinhaltet Synchronschwimmen auch viel Künstlerisches. „Musik und Bewegung sollen immer eine Botschaft vermitteln, einen Zirkus beispielsweise.“

Italienische Synchronschwimmerinnen bei der 2. Synchro World Trophy in Rio de Janeiro, 2007. (AP Photo/Ricardo Moraes)

Die "hohe Kunst" im Wasser

Die Sportart muss sich oft spöttische Kommentare über sich ergehen lassen – beispielsweise, dass das Synchronschwimmen nur aus bis über beide Ohren grinsenden und geschminkten Diven mit Nasenklammern im Gesicht besteht. Was viele jedoch nicht wissen: Synchronschwimmen gehört zu den vielseitigsten und damit intensivsten Sportarten meint Bundestrainerin Tatjana Reich: „Synchronschwimmen vereint viele Sportarten wie Schwimmen, Akrobatik, Choreographie oder Ballet und Wasserball – das alles zusammen macht Synchronschwimmen aus.“


Männer kämpfen mit untergehenden Beinen

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Synchronschwimmen ein reiner Männersport, doch dann sah Man(n) ein, dass Frauen aufgrund ihres Körperbaus und der damit verbundenen Gewichtsverteilung deutlich weniger Probleme mit untergehenden Beinen zu kämpfen hatten – im Laufe der Jahrzehnte wurden die Männer fast vollständig aus der Sportart verdrängt. Der deutsche Schwimmverband lässt Männer an Wettkämpfen teilnehmen, international sind derzeit aber nur Frauen zugelassen – so auch bei den Olympischen Spielen.

Die deutschen Synchronschwimmerinnen bei der WM 2003 in Barcelona mit Kathrin Funke, Luisa Draeger, Jenny Krick, Lisa Lacker, Nicole Reise, Bettina Wrase, Diana Kontny und Saiska Gruenes (AP Photo/Thomas Kienzle)

Im Gleichklang der Bewegungen

Im olympischen Programm ist Synchronschwimmen seit den Wettkämpfen 1984 in Los Angeles. Deutsche Athleten waren bisher aber selten dabei, andere Nationen sind da besser, weiß das deutsche Synchronschwimm-Talent Melanie Zielich: „Russland ist gut in der Gruppe und im Solo ist Frankreich gut. Und Spanien und Griechenland und Italien - das sind so die führenden Nationen."


Neptuns Tochter

Außerhalb von Europa sind auch die USA und Kanada im Synchronschwimmen sehr erfolgreich – nicht überraschend, denn die USA gilt „als Mutterland des Synchronschwimmens“. Der Durchbruch für das Synchronschwimmen kam in den 40-er und 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts durch Esther Williams. Sie wurde mit ihren von Hollywood produzierten „Aqua-Musicals“ weltweit berühmt wurde.

„Million Dollar Mermaid“ nannte die Presse Esther Williams damals, denn alle Welt kannte sie nur im Badeanzug. Jedes Mädchen wollte sein wie sie. Graziös und elegant, die sich mit der Leichtigkeit eines Delfins durchs Wasser bewegt. Ihr bester Film hieß folglich auch Neptuns Tochter.


„Toll, da wirbelt eine durch die Luft“

Auch wenn noch heute in Ländern wie die USA und Frankreich viele Menschen beim Synchronschwimmen zuschauen, als Sportart richtig ernst genommen wird es kaum. Schon gar nicht in Deutschland. Denn für den Zuschauer ist schwer zu erkennen, welche Übungen schwer und welche leicht sind. Iris Zepperfeld: „Bei Hebern z. B. da denken sie, oh dass ist toll, da wirbelt eine hoch durch die Luft und das ist interessant und da klatsch ich auch, aber bei so einer Beinbewegung, das sehen sie ok, die bewegen jetzt ein bisschen ihre Beine und ihre Arme aber sie sehen die Schwierigkeit nicht dahinter, das geht erst wenn man sich in die Sportart eingelebt hat.“

Die Möglichkeit dazu haben die Zuschauer bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking.