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Sport

Symbolische Strafe für Zidane

Frankreichs Fußball-Star Zinedine Zidane ist für seinen Kopfstoß im WM-Finale mit einer Sperre von drei Spielen belegt worden. Sein italienischer Kontrahent Marco Materazzi wurde für zwei Pflichtspiele gesperrt.

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Zidane sieht zum letzten Mal Rot

Die Sperre hat eher symbolischen Charakter: Zidane ist nach der WM in Deutschland zurückgetreten. Zusätzlich erhielt der Franzose eine Geldstrafe von umgerechnet 4800 Euro. Auch nach dem Ende seiner einzigartigen Fußball-Karriere blieb sich Zidane treu. Der bei der Verhandlung anwesende französische Star erklärte sich dazu bereit, einen dreitägigen Gemeinschaftsdienst mit Kindern und Jugendlichen abzuleisten und leistete so Abbitte. "Ich entschuldige mich bei den Kindern, die das gesehen haben", hatte der Franzose drei Tage nach seinem Kopfstoß in einem Fernseh-Interview gesagt.

Der italienische Nationalspieler Materazzi, der Zidanes Ausraster beim WM-Endspiel in Berlin mit beleidigenden Äußerungen provoziert hatte, muss zwei Pflichtspiele mit der Nationalmannschaft pausieren und umgerechnet 3200 Euro bezahlen. Materazzi wird seine Länderspielkarriere erst im Verlauf der Qualifikation zur Europameisterschaft fortsetzen können.

Keine rassistischen Äußerungen

Elf Tage nach dem WM-Finale ahndete die fünfköpfige Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA in ihrer Verhandlung hinter verschlossenen Türen am Donnerstag (20.7.2006) in Zürich die Vorkommnisse in der 110. Minute des Endspiels, die Schiedsrichter Horacio Elizondo aus Argentinien mit einer roten Karte für den französischen Mittelfeldstar bestraft hatte. Nach dem Platzverweis für Zidane beim Stande von 1:1 hatte Frankreich das Endspiel im Elfmeterschießen verloren.

Beide Spieler gaben zu Protokoll, dass die Äußerungen Materazzis zwar ehrverletzend, aber nicht rassistischer Natur waren. Bei den Befragungen hatten sich sowohl Zidane als auch Materazzi ausdrücklich bei der FIFA für ihr Verhalten entschuldigt und die Vorkommnisse bedauert. Deshalb gab es keine weiteren Konsequenzen. Im Gegensatz zu Materazzi, der bereits am 14. Juli vernommen worden war, war Zidane am Donnerstag in Zürich anwesend und wurde eineinhalb Stunden lang angehört.

Ikone ja, Engel nein

In Frankreich war bereits im Vorfeld mit einer Bestrafung für Zidane gerechnet worden. "Zidane weiß, was er zu erwarten hat", schrieb die Sportzeitung "L'Equipe" und erinnerte an die Sanktion der FIFA-Disziplinarkommission gegen den deutschen Nationalspieler Torsten Frings. Dieser war nach dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien ebenfalls provoziert worden, hatte aber dennoch mit der Sperre im Halbfinale gegen Italien für eine Geste büßen müssen, "die einer Aggression gleich kam".

Das Blatt nahm dem Superstar bereits vor dem Urteilsspruch seinen Heiligenschein. "Falls es für Zidane nicht ausreicht, eine Ikone zu sein, er auch noch für einen Engel gelten will, dann muss man daran erinnern, dass es der 14. Platzverweis seiner Karriere war. Und man darf auch nicht so tun, als habe man vergessen, was die italienische Presse enthüllt hat: Dass der Franzose im WM-Halbfinale gegen Portugal den Schiedsrichter einen Hurensohn genannt hat." (wga)

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