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Kultur

Symbole der Unverwüstlichkeit

An Stelle der zerstörten Türme des World Trade Centers in New York sind bei Einbruch der Dunkelheit am 11. März zwei gigantische Lichtsäulen eingeschaltet worden. Sie sollen an die mehr als 3000 Toten erinnern.

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New Yorker Installation "Tribute in Light"

Die beiden Lichtsäulen, die von Künstlern und Technikern der Gruppe "Creative Team" und mit Unterstützung von Sponsoren wie der Deutschen Bank geschaffen wurden, sollen 30 Nächte lang die Skyline von New York überragen. Die leuchtenden Ersatz-Türme strahlen nahezu zwei Kilometer in den Nachthimmel. Sechs Monate nach den Terrorangriffen leitete in New York Bürgermeister Michael Bloomberg zwei Schweigeminuten zum Gedenken an die Opfer ein. "Wir werden die Toten niemals vergessen, aber dennoch voller Zuversicht in die Zukunft schauen", sagte Bloomberg.

"Die Spähre" ist ein Teil von New York

Die Sphäre

Als Mittelpunkt einer Traueranlage im Battery Park an der Südspitze Manhattans wurde die Monumentalskulptur "Die Sphäre" des deutschen Bildhauers Fritz Koenig neu eingeweiht. Der 77-Jährige gehörte zu den Ehrengästen der Zeremonie. Seine kugelförmige Großplastik "Weltfrieden durch Handel" war 30 Jahre lang beliebter Treffpunkt auf dem Platz vor dem World Trade Center gewesen. Am 11. September war die Skulptur aus Bronze und Stahl durch Trümmerteile stark beschädigt, aber nicht zerstört worden.

Fritz Koenig war mit bangen Gefühlen in die Millionenstadt gereist. Dass sein im Durchmesser rund sechs Meter große Werk stark beschädigt war, hatte er schon bei einer Reise wenige Wochen nach dem 11. September gesehen. "Die 'Sphäre' ist verloren, genau wie das World Trade Center", hatte er damals gesagt. Doch nun konnte sich der Künstler, der unter anderem Denkmäler für die Opfer des Nazi-Terrors im Lager Mauthausen sowie für die bei den Olympischen Spielen 1972 in München ermordeten israelischen Sportler schuf, überzeugen: Sein Werk wird von den Menschen im "Big Apple" erneut angenommen. "Die 'Sphäre' gehört zu New York wie der Hudson und der East River", sagte eine 58-jährige Teilnehmerin der Zeremonie. "Dort bin ich zum ersten Mal meinem späteren Mann begegnet."

Symbol der Standhaftigkeit

Die Sphäre mit Osterglocken

Gerade weil Koenigs Riesenkugel, die allerdings im Schatten der 411 Meter hohen Zwillingstürme winzig wirkte, am 11. September deformiert wurde, wollten die Stadtherren und die verschiedenen Kunstkomitees sie unbedingt in den Mittelpunkt eines Trauerparks unweit des WTC-Areals stellen. Mit ihren Verformungen und Blessuren kündet die Kugel aus Bronze und Stahl nun auch von den zerstörerischen Gewalten und dem blindwütigen Hass, die am 11. September wüteten.

Koenigs Werk sei heute ein Symbol des Mutes und der Standhaftigkeit der New Yorker angesichts der schlimmsten Tragödie in der Geschichte ihrer Stadt, sagte Bloomberg. "Lasst uns eine bessere Zukunft, ein besseres Leben für alle aufbauen, so wie die Menschen es gewollt hätten, die wir verloren haben." Die Zeremonie im Battery Park, an der neben hunderten Angehörigen der Opfer auch Vertreter aller Weltreligionen teilnahmen, wurde zwei Mal für Schweigeminuten unterbrochen - nach MEZ um 14.46 Uhr und 15.04 Uhr. Zu diesen Zeiten waren am 11. September die zwei von Terroristen entführten Passagiermaschinen in die WTC-Türme gerast.

Ebenso wie die Zwillingstürme aus Licht gilt auch der Trauerpark mit Koenigs "Sphäre" nur als temporäres Denkmal. Über die endgültige Gestaltung einer Gedenkstätte werde nach einer breit angelegten Diskussion mit den Bürgern der Stadt entschieden, sagte Bloomberg. (fro)

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