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Wirtschaft

Swiss Re überflügelt Münchener Rück

Der Schweizer Konzern Swiss Re übernimmt einen Großteil des Rückversicherungsgeschäfts von General Electric (GE) und wird führender Rückversicherer der Welt. Eine Fusionswelle ist in der Branche aber nicht zu erwarten.

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Die Münchener sind nicht mehr Nummer eins


Der Kauf ist die größte Übernahme in der Geschichte des Schweizer Rückversicherers: Der Preis für die Rückversicherungs-Sparte des US-Konzerns GE liege bei 6,8 Milliarden US-Dollar in bar und in Aktien, hinzu kämen 1,7 Milliarden Dollar an Schulden, teilte Swiss Re am Freitag (18.11.2005) mit. Zur Finanzierung des Zukaufs sollen bis zu 7,5 Milliarden Dollar an frischem Kapital aufgenommen werden.

Münchener Rück sieht sich nicht unter Druck

Swiss Re überholt damit die Münchener Rück, die bisherige Nummer eins am Rückversicherungsmarkt. Die Münchener Rück sieht sich nach dem milliardenschweren Zukauf seines Konkurrenten nicht unter Zugzwang zu einem ähnlichen Schritt. "Große Zukäufe können wir uns nicht vorstellen für uns", sagte ein Sprecher des Münchener Konzerns am Freitag. Allenfalls seien kleinere Übernahmen in Produktnischen oder bestimmten Regionen denkbar.

Aktie fällt

Analysten betrachten den Zukauf als richtige Entscheidung. Der GE- Rückversicherer sei günstig und passe außerordentlich gut zu Swiss Re, hieß es unter Experten. Dennoch sackten Swiss Re-Aktien nach der Ankündigung um knapp 2,9 Prozent auf 90,20 Franken ab.

Europäisches Standbein gestärkt

Swiss Re übernimmt das außeramerikanische Rückversicherungsgeschäft von General Electric. In den USA selbst habe Swiss Re bereits eine starke Lebensversicherungssparte und übernehme daher die GE-Aktivitäten dort nicht, sagte der designierte Swiss Re-Chef Jacques Aigrain. In Europa, wo Swiss Re nur ein schwaches Standbein im Lebensversicherungsgeschäft hat, sichern sich die Schweizer dagegen das GE-Geschäft. Mit der Übernahme kommt die Swiss Re auf Beitragseinnahmen von rund 46 Milliarden Franken (rund 35 Mrd. Dollar), bei Vermögenswerten von 265 Milliarden Franken (200 Mrd. Dollar). Swiss Re schätzt die jährlichen Kostensynergien durch den Zukauf auf 300 Millionen Dollar.

Wahrscheinlich keine Fusionswelle zu erwarten

Jacques Aigrain begründet den Zukauf mit Größenvorteilen. Die Kunden der Rückversicherer, die Erstversicherer, seien in den vergangenen Jahren durch Zusammenschlüsse größer geworden, sagte der Manager. Die Swiss Re legt durch die Übernahme insbesondere im Rückversicherungsgeschäft für Leben- und Krankenversicherungen zu, nachdem Naturkatastrophen wie die Serie von Hurrikanen in diesem Jahr tiefe Löcher in die Bilanzen der Branche in der Schaden-Rückversicherung gerissen hatten.

GE wird an der Kapitalerhöhung mit 3 bis 3,8 Milliarden Dollar teilnehmen und sich dadurch zu 10 bis 13 Prozent an Swiss Re beteiligen. GE erhält zudem künftig einen Sitz im Aufsichtsrat der Swiss Re. Stephan Kalb vom Bankhaus Sal. Oppenheim sagte, der Zukauf der Swiss Re werde sicher keine Fusionswelle auslösen. Es könne aber sein, dass die Anbieter der zweiten Reihe - etwa der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück - dadurch unter Druck gerieten. (arn)

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