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Asien

Suu Kyi droht der Prozess

Der birmanischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi droht ein Prozess - weil die unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreis-Trägerin einen mysteriösen Besuch eines US-Bürgers bekommen hat.

Aung San Suu Kyi (Foto: ap)

Aung San Suu Kyi (Archiv)

Die 63-jährige Aung San Suu Kyi wurde nach Angaben ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) am Donnerstag (14.05.2009) von Polizisten abgeholt und ins berüchtigte Insein-Gefängnis bei Rangun gebracht. Nach Angaben ihres Anwalts Kyi Win wurde Anklage wegen Verletzung der Arrest-Auflagen gegen sie erhoben. Der Prozess soll am kommenden Montag beginnen. Sie muss mit einer Haftstrafe von fünf Jahren rechnen.

"Dieser jämmerliche Amerikaner"

Ein Haus am See mit einem Boot (Foto: AP)

Das Haus, in dem die Politikerin festgehalten wird

Der Amerikaner John William Yettaw lieferte den Anlass zur Verhaftung. Der mit einem Touristenvisum eingereiste Mann schwamm laut der staatlichen Zeitung "Myanmar Ahlin" in der zurückliegenden Woche durch den Inya-See zum abgeriegelten Haus von Suu Kyi und blieb dort mehrere Tage. Bei der Rückkehr über den See sei er festgenommen worden. Die Motive des Mannes bleiben rästelhaft. Der Anwalt der Oppositionsführerin sagte, Suu Kyi habe den Amerikaner nicht eingeladen und ihn aufgefordert, ihr Haus wieder zu verlassen. "Alle sind sehr aufgebracht über diesen jämmerlichen Amerikaner", sagte der Anwalt. Nach seinen Worten soll dem US-Bürger ebenfalls der Prozess gemacht werden.

Der derzeitige Arrest der 63-Jährigen sollte eigentlich Ende Mai enden. Die Behörden haben sich bislang nicht dazu geäußert, ob sie die Sanktionen gegen die Politikerin aufrecht erhalten wollen. Die NLD hatte vergangene Woche über einen schlechten Gesundheitszustand von Suu Kyi berichtet. Die Friedensnobelpreisträgerin habe seit Tagen nicht mehr richtig gegessen und werde intravenös versorgt.

13 Jahre Haft

Aung San Suu Kyi spricht vor einer Menschenmenge (Foto: AP)

Aung San Suu Kyi bei einer Demonstration 2002

Nach Angaben von Augenzeugen durchsuchten am Donnerstag etwa 20 Polizisten das Haus der Oppositionsführerin. Suu Kyi war 13 Jahre lang inhaftiert, weil sie sich für eine demokratische Ablösung der Militärjunta einsetzt. Für ihren gewaltfreien Protest wurde sie 1991 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Birma wird seit 1962 von Generälen regiert. Die gegenwärtige Junta kam 1988 an die Macht und schrieb 1990 Wahlen aus, die Suu Kyis Partei haushoch gewann. Die Generäle erkannten das Wahlergebnis jedoch nicht an und regieren das Land seither mit eiserner Faust. Im September 2007 wurden von buddhistischen Mönchen angeführte friedliche Massenproteste blutig niedergeschlagen. (sam/se/ap/afp)

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