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Kultur

Surfen macht schlank

Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem Gewicht. Tagsüber sitzen sie im Büro und abends vor dem Fernseher oder Computer. Wie kann man dabei auch abnehmen? Im Internet geht das – per Mausklick.

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Per Internet kann man endlich auf zeitgemäße Art abnehmen

Die Idee ist simpel, aber genial: Wenn viele der Abnehmwilligen Tag für Tag im Internet unterwegs sind, sollte man sie auch dort ansprechen. Findige Geschäftsleute haben die Geschäftsidee schon längst in die Tat umgesetzt: Wer von der Apfelessig- bis zur Zuckerknackerdiät schon alles (erfolglos) ausprobiert hat, kann jetzt auf das technisch fortgeschrittene Niveau der Online-Diäten umsteigen.

Damit ist nicht der Online-Kauf von Pillen und Pülverchen gemeint und auch kein kalorienverbrennender Klick-Marathon. Online-Diät heißt, mit Hilfe von E-Mail, Chat und Foren Wege aus dem Pfunde-Jammertal zu finden. Amateur-Diätseiten existieren schon lange im Netz und verbreiten unter so illustren Namen wie "Fressnet" oder "Diaet-Duell" ihre Abnehmtipps. Jetzt drängen auch die Unternehmer der individuellen und anonymen Diät-Hilfe auf den Markt.

Zuspruch für zehn US-Dollar

Amerika macht es vor. Hier heißt der erfolgreichste Anbieter "eDiets.com". Laut eigenen Angaben nutzen fast eine Million Mitglieder das Angebot, das "von Experten, Psychologen, Sport- und Ernährungswissenschaftlern überwacht" werde. Das Zauberrezept klingt recht banal: "Gesunde Ernährung". Für die persönlichen Diätpläne, Einkaufslisten und Online-Treffen muss der registrierte Nutzer anfänglich fünf US-Dollar pro Woche zahlen, ab der zehnten Woche dann nur noch zehn US-Dollar monatlich. Dafür zählen die Nutzer auf einen 24-Stunden-Service: Auch wer um drei Uhr nachts Heißhunger auf Schokolade verspürt, kann sich im Chat hilfesuchend an die Diät-Experten wenden. Diese versuchen dann mit Zuspruch und alternativen Rezepten ein Kaloriendebakel zu verhindern.

In Deutschland wird "trainiert"

Doch die Europäer holen auf. Prof. Pudels "slimnet" ist nach eigenen Angaben Deutschlands erfolgreichstes Abnehm-Portal. Hier wird nicht diätet, sondern "trainiert". Besonders das Aufreißen der hauseigenen "Delemi"-Produkte, so Kritiker. Diese Lebensmittel umfassen alles mögliche von Fertigmenüs über Suppen bis zu Süßspeisen und werden in Chat und Foren ausdauernd angepriesen.

Wen das virtuelle Kaffeefahrt-Gehabe nicht abschreckt, der kann auf umfangreiche Hilfen zurückgreifen: Chats mit Experten und Mitleidenden, wöchentliche "Trainingskurse" und Unterstützung per E-Mail. Die Beratungspauschale kostet zwölf Euro im Monat. Hauptsächlich verdient die Firma jedoch am Verkauf ihrer Mittelchen.

Essen wie ein Spatz in Frankreich

Auch die Franzosen sind bereits "dick" im Geschäft. Der Marktführer heißt hier "LeDiet" und meldet bereits über 700.000 Interessenten, von denen immerhin jeder fünfte eine mehrmonatige Fastenkur abonniert habe. Das Geschäft läuft so erfolgreich, dass "LeDiet" gerade nach Kanada, Großbritannien, Deutschland und in die Schweiz expandiert. Der Diätwillige bekommt jede Woche einen Korb mit Lebensmitteln zugewiesen, der bis zum Sonntag reichen muss. Allerdings kann er alles frei kombinieren, anstatt Rezepte nachzukochen.

Hilfe per Handheld

Gestresste Dauerreisende können auch zwischen Dutzenden Diät-Programmen wählen, die sie für Pocket PC oder Palm anschaffen können. Die meisten der "CalorieKings" und "Diet Assistants" halten Tagebuchfunktionen und Essens- und Übungs-Datenbanken bereit. So kann man während des Restaurant-Besuchs alle Gerichte eingeben, um dann anhand der Kalorien- und Fett-Tabellen auszusortieren. Die meisten dieser Programme sind allerdings nur auf englisch erhältlich. Weniger Sprachbegabte sollten deshalb noch zusätzlich eine Wörterbuch-Software aufspielen, um wirklich alle Lebensmittel korrekt in "gut" und "böse" einzuteilen.

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