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Kultur

Surfen über den Wolken

Die Lufthansa spricht von einer "Weltpremiere": Passagiere der deutschen Airline können ab sofort auf bestimmten USA-Flügen mit Laptops E-Mails versenden und im Internet surfen. Marketing-Gag oder echter Service?

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Fliegendes Internet-Café

Hinter den Technikern von Lufthansa und dem Flugzeughersteller Boeing liegt eine lange Entwicklungs- und Testphase. Als besonders knifflig erwies sich dabei, immer eine konstante Verbindung sicherzustellen. Die hinter dem typischen "Jumbo-Buckel" angebrachte Antenne muss auch bei Geschwindigkeiten von 900 Stundenkilometern, Kurven, Steig- und Sinkflug immer punktgenau auf den Satelliten in 36.000 Meter Höhe über dem Äquator ausgerichtet sein, sonst bricht die Verbindung ab.

Der kleine Unterschied

Anders als etwa Mobiltelefone stört die Breitband Internet-Verbindung die Systeme des Flugzeugs nicht. "Ein Laptop ist im Gegensatz zu Mobiltelefonen kein aktiv sendendes Bauteil", erklärt Airlinesprecher Michael Lamberty den Unterschied.

Drei Monate lang soll das Surfen in rund 10.000 Metern Höhe kostenlos bleiben. Danach wird es zum kostspieligen Vergnügen: Die Kranich Airline kalkuliert mit einer Gebühr von 30 Euro pro Flug. Nehmen die Kunden das Internet Angebot an, plant die Lufthansa den Einbau in etwa 80 Maschinen auf Langstreckenflügen weltweit. Über die Entwicklungskosten ihres Prestige-Projektes schweigen sich Boeing und Lufthansa aus, schließlich werde hier Pionierarbeit geleistet.

Wettbewerbsvorteil?

Nach dem deutschen Marktführer will auch British Airways in die Testphase gehen. Japan Airlines und die skandinavische SAS hätten ebenfalls bei Boeing unterschrieben, sagt Boing-Sprecher Heinrich Großbongardt. "Wir sind überzeugt, dass der Zugang zum Internet an Bord für die Airlines einen Wettbewerbsvorteil bedeutet". Das dachten seinerzeit auch Delta und United Air Lines und bauten in jede Kopflehne Telefone, die sogenannten "Sky Phones", ein. Von dem ehrgeizigen Projekt blieb letztendlich nur ein Telefon pro Kabine, meist neben der Toilette übrig. (hh)