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Fokus Südosteuropa

Suppenküchen gegen den Hunger

Seit drei Jahren gibt es in Mazedonien staatliche Suppenküchen. Sie sollen die Ärmsten der Armen vor dem Verhungern retten. Auch die Kirche hilft. Das Problem: Die Zahl der Bedürftigen steigt stetig.

Eine Frau in weißer Arbeitskleidung füllt einen Teller Suppe in einer Suppenküche in Mazedonien (Foto: DW)

Suppe für die Bedürftigen

Die langwierige Übergangsphase vom Sozialismus zur Demokratie, die Mazedonien durchläuft, und die Weltwirtschaftskrise haben ihre Spuren hinterlassen. Immer mehr Familien leben in Mazedonien am Existenzminimum. Es gehört schon fast zum Alltag, dass Menschen in Müllcontainern nach Nahrung suchen. Der Staat bemüht sich unterdessen durch verschiedene Maßnahmen den sozialen Frieden zu erhalten. Eine davon ist das Projekt "Suppenküchen".

Cveta ist eine von 80 Sozialhilfeempfängern in Ohrid, die täglich eine warme Mahlzeit in der Suppenküche bekommen. Sie ist fast 60 Jahre alt, schwer krank, lebt alleine. Ihr Schicksal steht beispielhaft für den Überlebenskampf von Sozialfällen in Mazedonien. "Zuhause habe ich nichts zu essen. Ich komme in die Suppenküche für einen Teller Suppe und ein Stück Brot. Ich bin krank und kann deswegen nicht arbeiten. Monatlich bekomme ich 17 Euro Sozialhilfe, und davon kann man nicht leben", klagt Cveta.

Heubeladener Pferdewagen auf einem Acker (Foto: Nikos Pilos)

Hilfe für arme künftig auch auf dem Land

Ländliche Gegenden werden kaum erreicht

Zur Unterstützung der Bedürftigen hat der Staat in den vergangenen drei Jahren 36 Suppenküchen im ganzen Land eröffnet. Dort werden täglich etwa 3.500 Personen gespeist. Erzana Jakupi, Pressesprecherin des Ministeriums für Arbeit und Soziales, erläutert, wer die Suppenküchen nutzen darf: "Es sind Menschen, die Sozialhilfe bekommen sowie ältere Mitbürger oder andere Personen, die soziale Unterstützung brauchen und nicht finanziell abgesichert sind."

Suppenküchen gibt es bislang nur in Städten, doch dies soll sich nun ändern, sagt Jakupi und fügt hinzu, "das Ministerium plant in kürze Suppenküchen auch in einigen ländlichen Gegenden zu eröffnen. Für dieses Projekt hat der Staat 1,5 Millionen Euro jährlich vorgesehen."

Kirche als Vorreiter

Die mazedonische orthodoxe Kirche habe schon lange vor dem staatlichen Suppenküchen-Projekt geholfen, sagt Bischof Agatangel. "Wir haben bereits 1998 die erste Suppenküche in Skopje eröffnet, und zwei Jahre später noch eine. Danach haben wir noch Suppenküchen in Veles und Bitola eröffnet.

Dort werden täglich je 400 bis 500 Personen gespeist." Finanziert werden die Suppenküchen der Kirche von Spenden der Gemeinde. Dabei würde kein Unterschied gemacht zwischen Anhänger der eigenen Konfession oder einer anderen. "Wir teilen die Menschen nicht nach Religion. Wir nehmen alle auf, die bedürftig sind", so Agatangel. Neben Kirche und Staat unterstützt auch das Rote Kreuz die Armen. Das Rote Kreuz sammelt Spenden und verschickt Lebensmittelpakte an die Bedürftigen.

Autoren: Milco Jovanovski / Mirjana Dikic

Redaktion: Fabian Schmidt

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