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Kultur

"Superman" ist tot

Als "Superman" verkörperte Christopher Reeve den unbesiegbaren Helden - einen, der Gutes tut und dabei selbst Atomexplosionen trotzt. Nun riss ihn ein Herzstillstand aus dem Leben.

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Schauspieler Christopher Reeve wurde nur 52 Jahre alt

Erst am 25. September hatte der stattliche 1,93 Meter große Christopher Reeve seinen 52. Geburtstag gefeiert. Medienberichten zufolge erlitt er in Folge einer Wundbehandlung einen schweren Immunschock mit Herzstillstand. Reeve fiel ins Koma und verstarb am Sonntag (10.10.2004).

Mit aller Kraft gegen das Schicksal

Christopher Reeve gestorben Superman

Als Charakterdarsteller hatte Reeve es schwer - er war eben zeitlebens "Superman". Hier ein Film-Foto von 1978.

Seit einem Reitunfall 1995 vom Hals bis zu den Zehenspitzen gelähmt, hatte Reeve andere Patienten am Krankenbett besucht und ihnen Mut gemacht. Er, der auf der Leinwand mehrmals die Welt vor dem Untergang rettete, bewegte auch noch als Schwerstbehinderter Millionen Menschen durch seinen Willen, dem Schicksal die Stirn zu bieten.

Er gründete die "Christopher-Reeve-Paralyse-Stiftung" und sammelte Millionensummen für die Forschung. Reeve sprach vor den Vereinten Nationen in New York und debattierte mit Ärzten über seinen Traum, die durchtrennten Nervenstränge im Nacken von Stammzellen wieder "kitten" zu lassen. Sein Wagemut ging so weit, dass er die Regierung von US-Präsident George W. Bush verklagte, weil diese die lebensrettende Stammzellenforschung mit Rücksicht auf religiöse Gegner unterdrücke.

Ein Reitunfall setzte den Hünen schachmatt

In New York als Sohn eines Professors und einer Journalistin geboren, flog Reeve sein eigenes Flugzeug, war leidenschaftlicher Skifahrer und Reiter, bis ihn sein Pferd "Eastern Express" 1995 vor einem Hindernis abwarf. Der "Superman"-Star landete kopfüber auf dem Boden und zerschmetterte bei dem Sturz zwei Nackenwirbel. Danach konnte der Hüne nur noch seine Lippen bewegen.

Christopher Reeve gestorben

Beim Springreiten wurde Reeve 1995 von seinem Pferd abgeworfen -seitdem war er gelähmt

Dank ungeheurer Selbstdisziplin gelang es ihm jedoch in jahrelanger Therapie, die Finger seiner linken Hand und seine Zehen wieder zu bewegen. Auch Berührungen konnte er wieder spüren sowie Kälte und Wärme unterscheiden.

Zähe Rückkehr in die Filmwelt

Reeve blieben nach dem spektakulären Durchbruch mit "Superman" vorerst weitere große Erfolge in der Filmwelt versagt. In "Was vom Tage übrig bleibt" (Remains of the Day), "The Aviator", "The Bostonians", "Deathtrap", "Monsignor" und "Sleeping Beauty" musste er sich mit Nebenrollen begnügen. Doch zwei Jahre gab Reeve sein Debüt als Regisseur.

Für den Fernsehfilm "In the Gloaming" über einen Aidskranken, der zum Sterben in das Haus der Eltern zurückkehrt, gelang es ihm, Stars wie Glenn Close, Bridget Fonda und Whoopi Goldberg vor seine Kamera zu holen. Reeve scheute sich auch nicht, selbst schwer behindert wieder in eine Rolle zu schlüpfen. In einem Remake von Alfred Hitchcocks Thriller "Fenster zum Hof" (1998) spielte er einen Architekten, der von seinem Rollstuhl aus Zeuge eines Mordes im Nachbarhaus wird.

Auf dem schmalen Grat zum Suizid

Reeves erste Autobiografie "Immer noch Ich" enthüllt, dass ihm der Freitod oft näher stand als das mühsame Überleben am künstlichen Beatmungsgerät. In einem dieser kritischen Momente machten ihm erst die Worte seiner Frau Dana wieder Mut: "Du bist immer noch Du. Und ich liebe Dich." Dagegen soll seine eigene Mutter die Ärzte unmittelbar nach dem Unfall unter Schock angefleht haben, dem Leben ihres Sohnes ein Ende zu setzen. Reeve selbst schrieb über sich: "Auch, wenn mein Körper nicht mehr so funktioniert wie früher: Herz, Verstand und Seele sind davon nicht beeinträchtigt." (reh)

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