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Politik

"Superdienstag" kann alles entscheiden

Das Duell zwischen den US-Senatoren Kerry und Edwards um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei geht in die womöglich entscheidende Runde. Bislang spricht alles für Kerry.

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Zieht Kerry endgültig davon?


Offiziell wird der Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei erst Anfang Juli von den über 4000 Delegierten des Wahlparteitages in Boston gekürt. Doch schon jetzt hat John Kerry, der Senator aus Massachusetts, mehr als dreimal so viele Delegierte hinter sich gebracht wie sein schärfster Konkurrent John Edwards. Edwards konnte bislang nur einen Bundesstaat, South Carolina, gewinnen. John Kerrys eindrucksvolle Siegesserie umfasst dagegen nun schon 18 von insgesamt 20 Staaten, in denen gewählt wurde.

Zehn Bundesstaaten wählen

Nur noch unter "ferner liefen" nehmen der farbige Priester Al Sharpton und der Friedensaktivist Denis Kucinich an der parteiinternen Kür teil. In den Führungsetagen der Demokratischen Partei hofft man inzwischen, dass die Entscheidung in den zehn Bundesstaaten am Dienstag (2.3.), darunter auch die bevölkerungsreichen Staaten New York und Kalifornien, endgültig den Ausschlag zu Gunsten von Kerry bringen wird.

Dauert nämlich die Auseinandersetzung zwischen den beiden Kandidaten zu lange an, könnte der letztlich erfolgreiche Kandidat beschädigt werden. Vor allem die enormen Wahlkampfkosten fordern ihren Tribut und dass, obwohl der eigentliche Wahlkampf gegen Präsident Bush noch gar nicht begonnen hat.

Edwards mit geringen Chancen

John Edwards, rechnet sich vor allem in den Bundesstaaten Minnesota, Maryland und Ohio Chancen aus. Da ihn aber die Meinungsforscher bislang nirgendwo vorne sehen, entschloss sich Edwards bei der abschließenden Fernsehdebatte am Sonntagabend (29.2.) in die Offensive zu gehen: "Die entscheidende Frage bei dieser Wahl ist, ob die Bevölkerung dieses Landes glaubt, dass Veränderungen von der politischen Elite in Washington ausgehen oder aber von Leuten aus der wirklichen Welt", so Edwards. "Zwischen Kerry und mir gibt es da deutliche politische Unterschiede."

Insbesondere in Fragen der Nordatlantischen Freihandelszone (NAFTA), die für den Verlust zahlreicher US-Arbeitsplätze verantwortlich gemacht wird, gibt sich Edwards protektionistischer als Kerry. Der häufig als unnahbar beschriebene Ostküstenpatrizier Kerry sieht sich mit Zweifeln konfrontiert, ob er in einem Persönlichkeitswahlkampf gegen Bush genügend Sympathien auch bei einfachen Amerikanern gewinnen kann. Kerry dazu: "Gebt mir ein Wohnzimmer, einen Stall, eine Veteranenveranstaltung oder ein Interview und ich glaube, ich kann mit jedem in diesem Land kommunizieren. Das tue ich und werde es auch weiterhin tun."

Über tausend Delegierte geben Stimmen ab

Insgesamt werden am Dienstag (2.3.) 1151 Delegierten-Stimmen vergeben. Erreicht Kerry mit seinen Resultaten die Achtzig-Prozent-Marke der für eine Nominierung notwendigen Delegierten-Stimmen ist das Rennen für Edwards gelaufen. Dann kann der "Newcomer", der überhaupt erst seit einer Wahlperiode im Senat sitzt, nur noch auf ein Angebot Kerrys hoffen. Es wird spekuliert, dass Kerry Edwards anbieten könnte, mit ihm als Kandidat für den Posten des Vize-Präsidenten in den Wahlkampf gegen Bush zu ziehen.

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