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Deutschland

"Superbadewanne" verbindet Ost und West

Mit der Einweihung des größten Wasserstraßenkreuzes Europas wird ein alter Traum wahr: Schiffe erhalten durch das Bauwerk bei Magdeburg eine ungehinderte Verbindung zwischen den Seehäfen und Berlin.

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Trogbrücke über die Elbe

Herzstück des Wasserstraßenkreuzes ist ein Stahl- und Betonkoloss von fast einem Kilometer Länge, der die Elbe nördlich von Magdeburg überspannt. Die riesige Kanalbrücke, deren Fahrspur mit Wasser gefüllt ist, verbindet den Mittellandkanal mit dem Elbe-Havel-Kanal. Wie in einer riesigen Regenrinne können die Schiffe ab Freitag (10.10.2003) den Fluss so bequem überqueren.

Bisher hatten sie einen zeitraubenden Umweg über veraltete Schleusen in Kauf nehmen müssen, um von einem Kanal in den anderen zu gelangen. Außerdem ist die Binnenschifffahrt jetzt nicht mehr vom schwankenden Wasserstand der Elbe abhängig. In der Vergangenheit mussten Güterschiffe in Magdeburg oft Fracht abladen, um überhaupt weiterfahren zu können. Nun haben die Frachter mit bis zu 1350 Tonnen Ladevolumen - das entspricht 50 Lastwagenladungen - uneingeschränkt freie Fahrt.

Technische Meisterleistung

Die 918 Meter lange Kanalbrücke, deren Form an einen Schiffsrumpf erinnert, gilt als Bauwerk der Superlative und ingenieurtechnische Meisterleistung. 68.000 Kubikmeter Beton und 24.000 Tonnen Stahl wurden verbaut. 132.000 Tonnen Wasser befinden sich im so genannten Trog, der 34 Meter breit und 4,25 Meter tief ist - damit könnten eine halbe Million Badewannen gefüllt werden. Selbst Erdbeben soll die gigantische Konstruktion aushalten.

Wasserstraßenkreuz

Schiffshebewerk und Schleuse bei Magdeburg-Rothensee

Sechs Jahre wurde an dem Wasserkreuz gebaut. Kostenpunkt: rund eine halbe Milliarde Euro. Das Bauwerk, zu dem auch Schleusen und Schiffshebewerk gehören, ist Teil des "Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nummer 17" - dem 2,3 Milliarden Euro teuren Ausbau der Wasserstraßen und Häfen zwischen Hannover und Berlin. Trotz chronischen Geldmangels soll das gesamte Verkehrsprojekt, bei dem Flüsse ausgebaut und Brücken erhöht werden, 2015 vollendet sein.

"Meilenstein für die Frachtschifffahrt"

Seit über 70 Jahren träumt Deutschlands Wirtschaft davon, Güter per Schiff bequem quer durch das Land zu schicken. Bereits 1919 geplant, wurde die erste Elbüberführung 1934 mit dem Ziel in Angriff genommen, Rhein und Oder zu verbinden. Der Bau wurde 1942 wegen des Zweiten Weltkriegs eingestellt. Die deutsche Teilung legte alle weiteren Pläne auf Eis.

Der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, Achim Pohlman, spricht deshalb von einem Meilenstein für die Frachtschifffahrt in Deutschland und Europa. Er rechnet wie sein Dienstherr, Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe, mit einem spürbaren Zuwachs der Schiffstransporte auf der Ost-West-Strecke. 2002 waren es knapp vier Millionen Tonnen, Prognosen gehen für 2015 von bis zu sieben Millionen Tonnen aus. Kritiker sehen dies als unrealistisch an und verweisen darauf, dass Bundesbehörden derartige Vorhersagen schon häufiger (siehe Main-Donau-Kanal) nach unten korrigieren mussten.

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