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Kultur

Super Bowl mit "nackten Tatsachen"

Zwei grandiose Quarterbacks und ein handfester Busenskandal standen im Mittelpunkt des 38. Super Bowl, den die New England Patriots mit einem 32:29 gegen die Carolina Panthers zum zweiten Mal nach 2002 gewannen.

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Quarterback Tom Brady mit der begehrten Trophäe


Matchwinner war Patriots-Kicker Adam Vinatieri, der wie vor zwei Jahren in den Schlusssekunden das entscheidende Fieldgoal für den Favoriten erzielte. "Die meisten Profis kommen nie in ihrem Leben in den Genuss, ein Endspiel zu entscheiden. Ich hatte jetzt zum zweiten Mal die Ehre. Dieses Gefühl ist einfach fantastisch", sagte Vinatieri nach Spielende.

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Patriots-Kicker Adam Vinatieri mit dem Sieges-Treffer

Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und dem treffsicheren Kicker mit der Trikotnummer 4 (Bild) wäre im mit über 70.000 Zuschauern ausverkauften Reliant Stadium von Houston die Rolle des tragischen Helden zuteil geworden. Zweimal hatte Vinatieri in der ersten Halbzeit gepatzt und mit vergebenen Fieldgoals eine mögliche Führung verspielt. Als die Begegnung in der Schlussphase auf des Messers Schneide stand, nutzte er jedoch eiskalt seine Chance und hämmerte das Leder-Ei vier Sekunden vor Schluss aus 41 Yards Entfernung zum Sieg durch die Stangen.

Delhomme und Brady im Mittelpunkt

Immer wieder im Mittelpunkt: Die Quarterbacks Jack Delhomme und Tom Brady. Panthers-Spielmacher Delhomme mit deutlich gestiegenem Selbstvertrauen, der erfahrene Brady mit der Klasse des Routiniers. Am Ende hatten beide Spielmacher Spitzenwerte erbracht. Delhommes 323 Yards und drei Touchdowns hätten in jedem anderen Spiel zum Sieg gereicht, doch der zum "wertvollsten Spieler" (MVP) gekürte Brady setzte mit 32 komplettierten Pässen (354 Yards) und ebenfalls drei Touchdowns noch einen drauf.

"Carolina war der schwierigste Gegner der Saison, aber wir sind eine verschworene Truppe, die bis zur Schlusssekunde an sich geglaubt hat", sagte Brady und feierte den 15. Sieg seines Teams in Folge. Delhomme beschwor derweil mit feuchten Augen die nächste Saison: "Wir waren so nah dran, da schmerzt die Niederlage noch mehr. Nach ein paar Tagen Besinnung werden wir künftig noch härter arbeiten, um im nächsten Jahr auf der anderen Seite zu stehen."

Rund eine Milliarde Zuschauer

Das Endspiel wurde in mehr als 200 Länder übertragen. Rund 3200 Journalisten berichteten vom amerikanischen "Sportheiligtum". Schätzungsweise rund 130 Millionen am Fernsehen in den USA und rund 1 Milliarde weltweit erlebten das Spektakel live. Gewürzt wurde das Ereignis von nackten Tatsachen: Der übertragende amerikanische Fernseh-Sender CBS

Janet Jackson und Justin Timberlake, Super Bowl

Starker Auftritt - auch in der Pause: Janet Jackson und Justin Timberlake

entschuldigte sich offiziell für eine Peinlichkeit bei der Halbzeitshow, als Hitparaden-Stürmer Justin Timberlake bei einer Duett-Einlage unbeabsichtigt das Top von Janet Jackson touchierte. Als Folge davon wurde der rechte Busen von Jackson entblösst.

Peinlichkeiten am Spielfeldrand

Die Show, in der außerdem P.Diddy, Nelly und Kid Rock auftraten, wurde vom Musiksender MTV produziert. Und das wohl zum letzten Mal. Da sich die National Football-League (NFL) zudem über die zum Teil anstößigen Texte einiger Rapstars mokierte, kündigte die Liga nach Spielschluss ein Ende der Zusammenarbeit mit dem für die Halbzeitshow zuständigen Musiksender MTV an. "Wir sind sehr enttäuscht von Teilen der von MTV produzierten Halbzeitshow", sagte ein NFL-Sprecher, "es ist sehr unwahrscheinlich, dass MTV eine weitere Super Bowl Halbzeit-Show produzieren wird."

Den Schlusspunkt des äußerst umstrittenen Pausenfüllers setzte dann ein als Schiedsrichter verkleideter Brite, der auf das Feld stürmte, sich entkleidete und den Wiederbeginn des Spiels verzögerte. Der Mann, der seine Genitalien lediglich mit einem Plastik-Football verdeckte, wurde von einem Spieler kurzerhand umgehauen und von Sicherheitsleuten vom Spielfeld getragen. (ali)

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