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Politik

Sunniten im Irak vertrauen neuer Partei

Die sunnitische Minderheit im Irak hat sich bei der Parlamentswahl offenbar zu großen Teilen für die neue Al-Irakija-Liste des früheren Regierungschefs Allawi entschieden. Das legen erste Schätzungen nahe.

Der frühere Ministerpräsident Ijad Allawi (Foto: Wathiq Khuzaie )

Der frühere Ministerpräsident Ijad Allawi

Wer bei den Parlamentswahlen im Irak das Rennen gemacht hat, dürfte erst am Ende der Woche feststehen. Nach inoffiziellen Schätzungen haben neue Wahlbündnisse den etablierten Allianzen viele Wähler abspenstig gemacht. Zu ihnen gehört die säkulare Al-Irakija-Liste, der Schiiten und Sunniten gleichermaßen angehören. An ihrer Spitze steht der frühere Ministerpräsident Ijad Allawi. Beobachter erwarten, dass keine der im neuen Parlament vertretenen Parteien eine absolute Mehrheit bekommen hat.

Neues Bündnis Al-Irakija in einigen Provinzen vorn

In Bagdad wird gemutmaßt, dass Allawis Al-Irakija als drittstärkste Kraft aus der Abstimmung hervorgegangen ist - hinter der schiitischen Rechtsstaats-Koalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und der Schiiten-Allianz, die enge Kontakte zum iranischen Mullah-Regime unterhält. In der Provinz Dijala liege Al-Irakija sogar auf Platz eins, berichtete die Nachrichtenagentur INA. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP sehen die irakischen Behörden die Partei auch in den Provinzen Anbar, Salaheddin sowie Niniwe vorn. In diesen Landesteilen sind die Bewohner mehrheitlich von der sunnitischen Richtung des Islams geprägt.

Berichte: Al-Maliki liegt in Basra vorn

Soldat vor Pllaktatwand mit arabischen Schriftzeichen (Foto: AP)

Wahlplakat in Basra

Schiitische Kreise im Irak vermuten einen Sieg der religiös orientierten Schiiten-Allianz, was die Ergebnisse in der Hauptstadt Bagdad und in den drei Süd-Provinzen Dhi Kar, Amara, Diwanija und Missan angeht. Hier liege die Schiiten-Allianz bei der Auszählung vor der Rechtsstaats-Koalition von Al-Maliki, meldete die schiitische Nachrichtenagentur Burathanews. In der Hafenstadt Basra sowie in der Provinz Nadschaf habe dagegen das Lager des Regierungschefs den Sieg davongetragen. In der Provinz Wasit lägen beide Parteien gleichauf, hieß es.

Warten auf das Wahlergebnis

Regierungschef Al-Maliki forderte alle Parteien auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren. Wer heute gewinne, könne schon morgen verlieren und umgekehrt. Sein politischer Gegenspieler Ijad Allawi beklagte schon in den ersten Stunden Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung. Mit einem vorläufigen Wahlergebnis wird nach Angaben der Vereinten Nationen erst am 18. März gerechnet. Das offizielle Ergebnis dürfte Ende des Monats verkündet werden. Nach Angaben der Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bei rund 65 Prozent. US-Präsident Barack Obama würdigte das demokratische Verhalten der Iraker. "Ich habe großen Respekt vor den Millionen von Irakern, die es ablehnten, sich von Gewalt abschrecken zu lassen", erklärte Obama.

Es war die zweite Parlamentswahl seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein durch eine US-geführte Invasion im Frühjahr 2003. Unter Saddam hielten die Sunniten Schlüsselpositionen in Staat und Armee besetzt. Heute werden zahlreiche Ministerien von schiitischen Parteien kontrolliert.

Autor: Christian Fähndrich (dpa,afp)

Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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