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Aktuell Afrika

Sudanesischer Zweier-Gipfel

Im April standen Sudan und Südsudan vor einem Krieg. Jetzt trafen sich am Rande des AU-Gipfels erstmals die Staatschefs der beiden Länder. Es sah in Addis Abeba zumindest nach einer ersten Annäherung aus.

Präsident Südsudans, Salva Kiir, bei seiner Ankunft in Addis Abeba (foto: reuters)

sudan kiir

Immerhin eine ganze Stunde, oder gar mehrere Stunden lang: Die Delegationen übertrafen sich mit ihren "Erfolgsmeldungen". Die Präsidenten des Sudan und des Südsudan, Omar Hassan al-Baschir und Salva Kiir, kamen erstmals seit der militärischen Eskalation vor dreieinhalb Monaten zusammen und gaben damit Hoffnungen auf eine Lösung frische Nahrung: Es geht vordergründig um die Grenzziehung zwischen dem Sudan und dem von ihm angespaltenen, neuen Südsudan. Eigentliche Ursache ist aber der erbitterte Kampf ums Öl.

Al-Baschir und Kiir trafen sich in einem Luxushotel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, wo an diesem Sonntag der Gipfel der Afrikanischen Union (AU) beginnt. Zunächst waren ihre Vertrauten dabei, dann unterhielten sich die beiden dem Vernehmen nach "unter vier Augen".

Beide Präsidenten hätten ihre Verhandlungsteams angewiesen, Entscheidungen in den Schlüsselfragen vorzubereiten mit dem Ziel, Abkommen in allen Streitfragen zu erreichen, berichtete anschließend Kiirs Chefunterhändler Pagan Amun vor der Presse.

Der neue, aber arme Staat im Süden

Der Südsudan hatte sich vor einem Jahr nach langem Bürgerkrieg für vom Sudan unabhängig erklärt. Die Lage in dem verarmten Land ist weiterhin instabil, Spannungen kennzeichnen das Verhältnis zum nördlichen Nachbarn. Mit der Unabhängigkeit des Südens verlor der Sudan drei Viertel seiner Ölreserven, seit der Abspaltung gibt es zwischen den Nachbarn immer wieder Grenzstreitigkeiten. Ende März war der Konflikt eskaliert, als der Süden das Ölfeld Heglig besetzte und der Norden Ziele im Süden bombardierte. Erst unter internationalem Druck zog sich der Südsudan von dem zwischen beiden Staaten umstrittenen Ölfeld zurück.

UN und AU haben den beiden Staaten eine Frist bis Anfang August gesetzt, die Konflikte um Öl und Grenzen zu lösen. Das Thema dürfte beim zweitätigen AU-Gipfel in Addis Abeba eines der Hauptthemen sein. Zuletzt hatten al-Baschir und Kiir sich beim AU-Gipfel im Januar getroffen.

Weiteres wichtiges Thema der AU ist die Zuspitzung in der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere nach dem Vormarsch der M23-Rebellen im Osten des Landes.

SC/gri (rtr,afp)