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Politik

Sudanesische Unterhändler stimmen UN-Soldaten in Darfur erstmals zu

Der Sudan hat nach Angaben eigener Unterhändler der bislang abgelehnten Stationierung von UN-Soldaten in der Krisenregion Darfur grundsätzlich zugestimmt. Allerdings sei noch eine Zustimmung der Regierung nötig.

Flüchtlingslager in Darfur

Flüchtlingslager in Darfur

In die westsudanesische Region Darfur solle eine gemeinsame Friedenstruppe der Vereinten Nationen (UN) und der Afrikanischen Union (AU) entsandt werden, erklärten sudanesische Unterhändler am Donnerstagabend (16.11.2006) auf einer internationalen Konferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Ihrer Entscheidung müsse jedoch noch die Regierung in Khartum zustimmen.

Annan hofft auf eine Lösung bis Jahresende

UN-Generalsekretär Kofi Annan hofft auf eine Einigung bis zum Jahresende, wenn er aus dem Amt scheidet. Die Regierung mache ihre Zustimmung "abhängig von einer Einigung über die Größe des Einsatzes", sagte Annan am Donnerstagabend. Die Truppe solle überwiegend aus afrikanischen Soldaten bestehen. Über die Führung der Mission werde einvernehmlich entschieden, so der UN-Chef nach dem Gipfeltreffen in Äthiopien, das er eröffnet hatte. An dem Treffen nahmen hohe Regierungsvertreter der AU, der Arabischen Liga, der Europäischen Union, des Sudans sowie der USA, Chinas und Russlands teil.

Sudanesische Unterhändler machen widersprüchliche Aussagen

Äußerungen des sudanesischen Unterhändlers unmittelbar nach Ende der Gespräche stellten die Einigung jedoch wieder in Frage. Sudans UN-Botschafter Abdul Mahmadou Abduhaleem erklärte vor Journalisten, es gehe nicht um eine gemeinsame Truppe, sondern ausschließlich darum, dass die UN den Einsatz der Afrikanischen Union bezahlten. "Dieser Beschluss ersetzt die Resolution 1706 des UN-Sicherheitsrats, der eine Entsendung von UN-Blauhelmen nach Darfur fordert. 1706 ist tot", sagte er. Ein UN-Sprecher wies die Darstellung Abduhaleems zurück.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete am Freitag, Sudans Regierung sei zu einer Aufstockung der derzeit 7000 AU-Soldaten in Darfur auf maximal 12.000 bereit. Die UN fordern 25.000 Soldaten, um die westsudanesische Krisenregion von der Größe Frankreichs zu befrieden und die Bevölkerung der Region vor weiteren Übergriffen zu schützen

200.000 Tote, 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2003 kamen in Darfur schätzungsweise 200.000 Menschen ums Leben. 2,5 Millionen Einwohner wurden vertrieben. Die als Dschandschawid bezeichneten arabischen Milizen haben in den vergangenen Tagen ihre Angriffe auf Dörfer in Darfur verstärkt. Internationale Beobachter berichteten von mehreren Todesopfern. (kap)

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