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Aktuell Afrika

Sudanesische Flugzeuge bombardieren Städte im Südsudan

Die Gewaltspirale im Sudan dreht sich weiter. Während die Bodenkämpfe in der Grenzregion weitergehen, werfen sudanesische Flugzeuge Bomben auf Ziele im Süden ab. Und Sudans Präsident al-Baschir heizt den Konflikt an.

Ein südsudanesischer Soldat steht vor einem bombardierten Marktplatz (Foto: Reuters)

Sudan Südsudan Luftangriff auf Rubkona

Die Angriffe der sudanesischen Luftwaffe richteten sich gegen eine Brücke an der Straße nach Rubkona. Getroffen wurde aber auch ein nahegelegener Marktplatz in Bentiu, der Hauptstadt der Grenzprovinz Unity. Mehrere Stände gerieten in Brand. Reporter westlicher Nachrichtenagenturen sahen die verbrannte Leiche eines Kindes. Rettungskräfte sprachen von mindestens zehn Verletzten und mehreren Toten. Wütende Anwohner protestierten gegen den Angriff. Ein Sprecher des sudanesischen Militärs bestritt, dass dieses das Nachbarland bombardiert habe.

Nur Stunden vor den Luftangriffen hatten die Streitkräfte des Nordens nach südsudanesischen Angaben die Grenze zum Nachbarland überschritten. Die Truppen seien in drei Angriffswellen rund zehn Kilometer über die Grenze vorgestoßen, sagte der Vize-Direktor des südsudanesischen Militärgeheimdienstes, Generalmajor Mac Paul.

Heftiger Streit um Öleinnahmen

In der Nähe von Bentiu liegen wichtige Erdölvorkommen, um die beide Länder streiten. Erst am Wochenende hatte der Südsudan nach eigenen Angaben seine Truppen von den umstrittenen Ölfeldern von Heglig zurückgezogen. Das Ölfeld liegt an der nicht vollständig festgelegten Grenze zwischen Sudan und Südsudan. Mehrere Teile des Ölfelds, das für die Hälfte der Ölproduktion Sudans aufkommt, werden von beiden Staaten beansprucht. Der Sudan hat mit der Unabhängigkeit des Südens drei Viertel seiner Ölreserven verloren. Der anhaltende Konflikt hat die Ölförderung fast völlig zum Erliegen gebracht.

Sudans Präsident al-Bashir verweigert Verhandlungen mit dem Südsudan (Foto: Reuters)

Sudans Präsident al-Bashir verweigert Verhandlungen mit dem Südsudan

Sudans Präsident Omar al-Baschir lehnte bei einem Truppenbesuch in Heglig jede Form von Verhandlungen mit dem Süden ab. "Unsere Gespräche waren mit Gewehren und Patronen", sagte Baschir. Am Freitag hatte er die Regierung im Südsudan mit schädlichen Insekten verglichen, die es auszumerzen gelte.

Anscheinend viele Todesopfer in Heglig

Die Kämpfe um Heglig waren die schwersten militärischen Auseinandersetzungen seit der Unabhängigkeit Südsudans vom Norden im Juli. Der sudanesische Armeekommandeur Kamal Maruf sagte am Montag bei einem Besuch der Truppen in Heglig, bei den Kämpfen seien 1200 Soldaten des Südens getötet worden. Angaben zu den Opfern auf der eigenen Seite machte er nicht.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass die Leichen vieler südsudanesischer Soldaten in der Kampfzone lagen. Demnach wurde die wichtigste Ölförderanlage von Heglig durch die Kämpfe schwer beschädigt. Große Mengen Erdöl liefen aus und ein Ölreservoir sowie acht Generatoren wurden durch Brände zerstört.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte den Rückzug südsudanesischer Truppen aus Heglig. Dies sei ein erster positiver Schritt auf dem Weg zu einer Deeskalation in den Grenzgebieten, sagte Westerwelle. Er forderte eine umgehende Einstellung aller Feindseligkeiten. Offene Grenzfragen einschließlich des Streits um Heglig müssten strikt durch Dialog gelöst werden. Westerwelle entsandte umgehend den Afrika-Beauftragten Walter Lindner nach Khartum. Inzwischen forderte auch die EU ein Ende der Kampfhandlungen.

kle/ml (afp, epd, dapd, rtr)

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